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Naher Osten : Zwei Israelis bei Anschlägen im Westjordanland getötet

  • Aktualisiert am

Jede Rettung zu spät? Bild: AP

Ein Mann und eine Frau fielen am Dienstag der Gewalt in Nahost zum Opfer. Die Hamas kündigte unterdessen neue Anschläge an.

          2 Min.

          Bei zwei Anschlägen im Westjordanland sind am Dienstag wieder zwei Israelis getötet worden. Eine Israelin wurde am Dienstagabend bei einem Überfall vermutlich palästinensischer Extremisten nördlich von Jerusalem getötet. Zuvor war am Rande von Bethlehem die Leiche eines Israelis gefunden worden, der nach palästinensischen Angaben offenbar von Extremisten entführt und ermordet wurde. Die radikal-islamische Organisation Hamas drohte unterdessen mit einer neuen Serie von Anschlägen, falls Israel weiter Palästinenserpräsident Jassir Arafat in seiner Bewegungsfreiheit einschränkt.

          Erst am Montag hatten Mitglieder der radikalen Palästinensergruppe „Al Aksa Brigaden“ bei Tulkarem einen israelischen Soldaten als Vergeltung für die Tötung ihres Anführers Raed Karmi erschossen, der vermutlich von einem israelischen Kommando getötet worden war. Die israelische Armee erneuerte nach dem Zwischenfall die Blockade um die Stadt Tulkarem.

          Israelis: Tod von Extremistenführer war "Arbeitsunfall"

          Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser bestritt am Dienstag allerdings die Liquidierung des palästinensischen Extremisten Raed Karmi. Ben-Elieser sagte dem Armeesender, bei der tödlichen Explosion in Tulkarem handele es sich um einen „Arbeitsunfall“. Alle israelischen Medien gehen jedoch weiterhin davon aus, dass der israelische Geheimdienst den Mann gezielt getötet hatte.

          In einem am Dienstag veröffentlichten Flugblatt rief der bewaffnete Arm von Hamas dazu auf, eine nationale palästinensische Armee aufzubauen, um Sicherheit für die Palästinenser herzustellen, ihre Rechte zu verteidigen und den Aufstand gegen Israel fortzusetzen.

          Arafat will Waffenruhe fortsetzen

          Der israelische Generalstabschef Schaul Mofas hatte zuvor erklärt, Extremistengruppen hätten ihre Vereinbarung mit der Autonomiebehörde zur Einhaltung der Waffenruhe mit Israel aufgekündigt. Dagegen betonte ein Sprecher Arafats, man werde die von dem Palästinenserpräsidenten Mitte Dezember angeordnete Waffenruhe trotz der jüngsten, tödlichen Zwischenfälle im Westjordanland und Gazastreifen fortsetzen. Allerdings gebe es „eine Grenze für unsere Geduld“, sagte der Führer der Fatah-Bewegung Arafats im Westjordanland, Hussein el Scheich, im israelischen Rundfunk. „Wir stehen unter starkem Druck der Bevölkerung“. Die Palästinenser könnten die „Kriegspolitik“ des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon nicht viel länger ertragen.

          Arafat sitzt seit eineinhalb Monaten in seiner Residenz in Ramallah im Westjordanland fest. Israel hatte seine Hubschrauber aus Vergeltung für Palästinenser-Anschläge zerstört und lässt ihn auch nicht auf dem Landweg ausreisen.

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