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Naher Osten : Palästinenser verschleppen Ausländer - British Council in Flammen

  • Aktualisiert am

Der British Council in Gaza Bild: AP

Als Reaktion auf einen israelischen Militäreinsatz haben Palästinenser im Gazastreifen mehrere Ausländer entführt und das Büro des British Council angezündet. Israel will den Palästinenserführer Saadat festnehmen.

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          Als Reaktion auf einen israelischen Militäreinsatz im Westjordanland haben militante Palästinenser am Dienstag im Gazastreifen mehrere Ausländer entführt, das Büro des British Council in Brand gesteckt und eine EU-Vertretung verwüstet.

          Ein Sprecher der radikalen Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) sagte in Gaza-Stadt, seine Organisation habe vier Amerikaner und zwei Französinnen verschleppt. Die Entführung sei eine Reaktion auf die Erstürmung einer Haftanstalt in Jericho, in der PFLP-Generalsekretär Ahmad Saadat einsitzt. Die israelische Armee will Saadat und weitere Palästinenser wegen des Mordes an dem israelischen Tourismusminister Rechwam Seewi belangen.

          Ausländer aus Hotel entführt

          Zudem haben bewaffnete Palästinenser vier Ausländer aus einem Hotel in Gaza entführt. Dabei kam es zu einem Feuergefecht mit der Polizei, bei denen ein Angreifer verletzt wurde. Ein zweiter Mann wurde festgenommen, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Die Nationalitäten dieser Entführten waren zunächst unklar. Die radikalen Al-Aqsa-Brigaden, der bewaffnete Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, forderten Briten und Amerikaner auf, „unverzüglich“ die Palästinensergebiete zu verlassen.

          Extremisten dringen in das Gebäude ein
          Extremisten dringen in das Gebäude ein : Bild: AP

          Unterdessen haben Hunderte Palästinenser in Gaza-Stadt das Kulturzentrum British Council gestürmt und in Brand gesteckt. Zuvor sollen sie sich Schießereien mit palästinensischen Sicherheitskräften geliefert haben. Angaben über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

          Zwei Tote bei Sturm auf Gefängnis

          Die israelische Armee war am Vormittag in das Gefängnis in Jericho eingedrungen, um Saadat und weitere Mitglieder der radikalen PFLP sowie den Fatah-Mann Fuad Schubaki festzunehmen. Sie sind wegen des Mordes an Israels früherem Tourismusminister Rechavam Seevi in Ostjerusalem im Oktober 2001 inhaftiert. Den Einsatz soll Übergangsministerpräsident Ehud Olmert angeordnet haben. Bei einer Schießerei wurden zwei Palästinenser getötet. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte britische und amerikanische Wächter für den Vorfall verantwortlich. Sie bewachen in der Regel das Gefängnis, sollen es aber angesichts der Erstürmung verlassen haben.

          Israel: Absprachen gebrochen

          Israel wollte mit der Aktion wohl einer Freilassung der Extremisten zuvorkommen, wie sie Abbas nach Informationen des israelischen Rundfunks erwogen hatte. In einer Erklärung verurteilte Abbas den israelischen Armeeeinsatz in Jericho.

          Saadat wird in dem Gefängnis in Jericho seit 2002 auf Basis einer Übereinkunft festgehalten, die zuvor die Belagerung des Hauptquartiers des damaligen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat in Ramallah beendet hatte. Saadat hatte sich in dem Hauptquartier versteckt gehalten. Er ist Generalsekretär der PFLP, sie sich zu dem Mord an Seewi bekannt hatte. Die israelische Armee warf der palästinensischen Autonomiebehörde vor, Absprachen über die Inhaftierung Saadats verletzt zu haben.

          „Die Wahl zwischen Kampf und Tod“

          Nach Angaben eines palästinensischen Polizisten nahmen die Soldaten in dem Gefängnis etwa hundert Menschen fest, zahlreiche Gefangene, aber auch Sicherheitsleute und Polizisten. Saadat sagte dem arabischen Fernsehsender Al Dschazira am Telefon aus dem Gefängnis, sie würden sich nicht ergeben. „Wir haben die Wahl zwischen Kampf und Tod.“

          Der öffentlich-rechtliche israelische Rundfunk berichtete von Dutzenden Festnahmen, Saadat sei aber nicht darunter. Nach Angaben der palästinensischen Polizei gab es mehrere Verletzte. Aus der Haftanstalt waren auch Explosionen zu hören. Die Armee besetzte eine neben dem Gefängnis liegende Polizeistation. Ihre Soldaten rückten mit schweren Baumaschinen an, um sich Zugang zu verschaffen.

          Augenzeugen berichteten am Dienstag zudem, bewaffnete Anhänger der PFLP hätten die Vertretung der Europäischen Union in Gaza-Stadt gestürmt, Fensterscheiben zertrümmert und weitere Schäden verursacht. Augenscheinlich steht auch diese Aktion in Zusammenhang mit dem Sturm auf das Gefängnis in Jericho.

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