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Naher Osten : Lage in Palästina bleibt gespannt

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Strand statt Straße: Israel blockiert Durchgangsstraßen im Gazastreifen Bild: AP

Kein Ende der Gewalt: Nach dem Rückzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen beschießen Palästinenser eine jüdische Siedlung.

          Wenige Stunden, nachdem Israel seine Truppen aus dem Gazastreifen zurückgezogen hat, haben Palästinenser jüdische Siedlungen mit Granaten beschossen. Eine israelische Armeesprecherin sagte, drei Mörsergranaten seien aus palästinensischem Gebiet auf die jüdische Siedlung Newe Dekalim abgeschossen worden.

          Bei dem Angriff sei aber niemand verletzt worden, sagte die Sprecherin weiter. Drei weitere Granaten seien am frühen Morgen auf den Grenzübergang Eres abgefeuert worden.

          Israel reagiert auf amerikanische Kritik

          Die israelische Armee hatte erst wenige Stunden zuvor ihren in der Nacht zum Dienstag begonnenen Einsatz im Gaza-Streifen wieder beendet. Israel reagierte auf scharfe Kritik aus den Vereinigten Staaten. Das amerikanische Außenministerium hatte eine Erklärung verbreitet, in der es hieß, die Regierung in Washington sei zutiefst besorgt über die Eskalation der Gewalt in den vergangenen vier Tagen. Ferner warnte Washington davor, dass sich die Lage weiter verschlimmern könnte. Es bestehe die Gefahr eines größeren Konflikts. Die Besetzung des Gazastreifens durch Israel nannte das Außenministerium „exzessiv und unangemessen“.

          Öffentliche Zurechtweisung

          Israel hatte am Dienstagabend vergeblich versucht, die scharfe Kritik Amerikas an ihrem Vorgehen in den Palästinensergebieten zu verhindern. Vertreter des Außenministeriums in Washington berichteten, israelische Diplomaten hätten sie am Dienstag telefonisch darüber informiert, dass ein Truppenabzug unmittelbar bevorstünde. So habe Israel der Erklärung von Außenminister Colin Powell zuvor zu kommen. Powell habe der Bitte Israels, auf die öffentliche Zurechtweisung zu verzichten, jedoch nicht entsprochen. „Die Vereinigten Staaten wollten deutlich machen, dass Israel hier die Schmerzgrenze überschritten hat“, sagte ein Außenamtssprecher.

          Bleiben Straßen blockiert?

          Israel hatte in der Nacht zum Dienstag die Kontrolle über autonome Teile des Gazastreifens übernommen. Dem Einmarsch war ein palästinensischer Granatenangriff auf die israelische Stadt Sederot vorausgegangen. Noch unklar blieb, ob mit dem Abzug auch die Blockade von Straßen im Gaza-Steifen aufgehoben wurde. Diese hatte das Palästinensergebiet faktisch in drei Teile geteilt.

          Israel hatte nach den Zwischenabkommen von 1993 und 1994 fast den gesamten Gazastreifen und Teile des Westjordanlandes den Palästinensern zur Selbstverwaltung übergeben. Unter israelischer Kontrolle blieben im Gaza-Streifen nur die jüdischen Siedlungen. Bei dem seit September anhaltenden Palästinenser-Aufstand sind mindestens 465 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Palästinenser.

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