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Naher Osten : Keine israelischen Soldaten mehr im Südlibanon

  • Aktualisiert am

Israelische Soldaten schauen wieder aus der Heimat auf den Libanon Bild: dpa

Israel hat am frühen Sonntag morgen den Abzug seiner Truppen aus dem Südlibanon abgeschlossen und damit einen der wesentlichen Teile des UN-Waffenstillstandsabkommens erfüllt. Die Armee will allerdings weiter gegen die Hizbullah durchgreifen.

          Israel hat am frühen Sonntag morgen den Abzug seiner Truppen aus dem Südlibanon abgeschlossen. Wie israelische Medien unter Berufung auf die Streitkräfte berichteten, verließ der letzte Soldat den Libanon kurz nach 2.30 Uhr Ortszeit. In den vergangenen Tagen waren nur noch wenige dutzend Soldaten dort stationiert gewesen. Die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ sprach von kaum noch 200 Soldaten, die sich zuletzt im Südlibanon aufgehalten hätten.

          Israel erfüllt mit dem Abzug einen der wesentlichen Teile des UN-Waffenstillstandsabkommens, das die etwa einmonatigen Kämpfe mit der radikalislamischen Hizbullah-Miliz beendete. Den Worten von Generalstabschef Dan Haluz nach will die israelische Armee allerdings auch nach dem Abzug gegen die Hizbullah-Miliz durchgreifen. „Wenn sie damit beginnen, ihre Infrastruktur neu aufzubauen, werden wir handeln, um das zu verhindern“, sagte Haluz am Sonntag Radio Israel.

          Abzug vor Jom-Kippur-Beginn

          Der israelische Verteidigungsminister Amir Peres hatte der Armee den Befehl erteilt, vor dem Beginn des höchsten israelischen Feiertags Jom Kippur am Sonntag abend alle Truppen aus dem nördlichen Nachbarland abzuziehen.

          Von Seiten der libanesischen Regierung in Beirut hatte es vor dem Ende des Abzugs geheißen, der Unifil-Kommandeur, der französische General Alain Pellegrini, habe Ministerpräsident Fuad Siniora am Samstag über die israelischen Abzugspläne informiert. „General Pellegrini hat Premier Siniora informiert, daß die israelische Armee sich entschlossen hat, den Abzug aus dem Südlibanon am Sonntag abzuschließen“, sagte ein Regierungssprecher am Samstag in Beirut.

          Über eine Woche später als geplant

          Ursprünglich wollte die israelische Armee bereits bis zum 22. September das Nachbarland verlassen haben. Am vergangenen Freitag hieß es jedoch aus dem Verteidigungsministerium, man wolle darauf warten, bis die libanesische Armee und die UN-Friedenstruppe die volle Kontrolle über das Grenzgebiet übernommen hätten. Im Südlibanon tun zur Zeit fast 6.000 Mann der UN-Friedenstruppe UNIFIL und 15.000 libanesische Soldaten Dienst.

          Die libanesische Regierung gab die Gesamtzahl der im Land getöteten Menschen seit Beginn der Kampfhandlungen am 12. Juli mit 1130 an. Unter ihnen seien 1000 Zivilisten. Bei den Kämpfen starben mehr als 100 israelische Soldaten und über 40 Zivilisten in Israel. Am 14. August trat der Waffenstillstand in Kraft.

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