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Naher Osten : Intifada-Führer Barghuti des Mordes angeklagt

  • Aktualisiert am

Weiter siegessicher: Angeklagter Marwan Barghuti Bild: dpa

Der Intifada-Führer Barghuti ist heute wegen Mordes angeklagt worden. In der Anklageschrift des Tel Aviver Bezirksgerichts wird ihm die Tötung Dutzender Israelis zur Last gelegt.

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          Der palästinensische Politiker Marwan Barghuti hat am Mittwoch vor einem israelischen Gericht die gegen ihn vorgebrachten Terrorismusvorwürfe zurückgewiesen.

          Noch vor der offiziellen Anklageerhebung bezeichnete sich der 43-jährige Führer von Jassir Arafats Fatah-Organisation im Westjordanland als Politiker, der alles für eine Friedenslösung nach dem Grundsatz zwei Staaten für zwei Völker getan habe. Er wurde des Mordes, versuchten Mordes und der Mitgliedschaft in terroristischen Organisationen beschuldigt.

          Spontane Pressekonferenz

          Sein Auftritt in brauner Gefängniskleidung und in Handschellen wurde zu einer Art spontaner Pressekonferenz, in der Barghuti in drei Sprachen - Hebräisch, Arabisch und Englisch - erklärte, Israel werde mit einer Politik der Besetzung keine Sicherheit erreichen. Dies sei nur durch „Frieden und das Ende der Besatzung zu erreichen“, sagte er, bevor er nach wenigen Minuten von Wärtern aus dem Saal geführt wurde.

          Barghuti, der mit den Anschlägen der Al-Aksa-Brigaden in Verbindung gebracht wird, wurde am 15. April bei einer israelischen Razzia im Westjordanland verhaftet. Der israelische Militärrundfunk meldete, zwei ranghohe Al-Aksa-Mitglieder sollten als Zeugen in dem Prozess vor dem Tel Aviver Bezirksgericht aufgerufen werden. Ein Anwalt Barghutis, Dschawad Bulos, sagte, er könne keinen einzigen Zeugen aufbieten. Barghuti erkenne die Zuständigkeit des israelischen Gerichts nicht an und habe eine Liste mit Vorwürfen gegen Israel vorbereitet, mit der er die Welt davon überzeugen wolle, dass die Besatzung auf die Anklagebank müsse.

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