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Naher Osten : Erneut zahlreiche Todesopfer in Palästinensergebieten

  • Aktualisiert am

Wieder Panzer in Ramallah Bild: AP

26 Menschen kamen bei israelischen Vorstößen bis Dienstagmorgen ums Leben. Mindestens 75 wurden zum Teil schwer verletzt.

          Bei der israelischen Militäroperation im Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen sind bis Dienstagmorgen mindestens 26 Palästinenser getötet worden. Wie die israelische Zeitung „Haaretz“ in ihrer Online-Ausgabe berichtete, wurden nach Angaben palästinensischer Ärzte zweier Krankenhäuser mindestens 75 Menschen verletzt. Die meisten Opfer seien Angehörige der Sicherheitsdienste.

          Viele Bewohner des Flüchtlingslagers Dschabalia seien nach Gazastadt geflüchtet. Nach Angaben der israelischen Armee waren das Aufspüren von Raketen, das Zerstören von Waffen und die Festnahme verdächtiger palästinensischer Extremisten die Ziele der Operation. Es seien mehrere von den palästinensischen Sicherheitsorganen genutzte Gebäude in Dschabalia zerstört worden.

          Palästinenser verurteilen „Blutbad“

          Die Panzer seien am frühen Morgen zurückgezogen worden, stünden jedoch weiter vor dem Camp. Dschabalia ist das größte Flüchtlingslager im Gazastreifen. Es soll eine Hochburg von Extremisten sein. Nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN verurteilte der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat den Einmarsch nach Dschabalia als „Blutbad“.

          Israelische Verbände waren am Dienstagmorgen auch nach Ramallah und ein nahe gelegenes Flüchtlingslager im Westjordanland vorgestoßen. Nach palästinensischen Angaben kam es zu heftigen Schusswechseln. Die israelischen Panzer hätten Granaten abgeschossen. Zunächst gab es keine Berichte über mögliche Opfer. Palästinenserpräsident Jassir Arafat, der sich in Ramallah aufhält, ist nach Angaben des israelischen Militär nicht das Ziel der Aktion gewesen.

          Rechtsgerichtete Israelis demonstrieren für härtere Haltung

          Mehrere zehntausend rechtsgerichtete Israelis demonstrierten am Montagabend in Tel Aviv für eine härtere Haltung gegenüber den Palästinensern. Zu der Kundgebung unter dem Motto „Eine starke Nation wird den Terrorismus besiegen“ hatten der Rat der jüdischen Siedler in den Palästinensergebieten und mehrere nationalistische Organisationen aufgerufen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich bis zu 60 000 Menschen auf dem Rabin-Platz.

          UN-Generalsekretär Kofi Annan will sich nach mehreren formalen Appellen jetzt persönlich an Israelis und Palästinenser wenden und sie zum Gewaltverzicht und neuen Gesprächen auffordern. Sein Sprecher, Fred Eckhard, sagte am Montag in New York, Annan habe bereits für Dienstag eine offene Aussprache mit beiden Konfliktparteien im Weltsicherheitsrat beantragt.

          Ein Israeli wurde am Dienstagmorgen bei einem Anschlag Unbekannter an einer Straßensperre nahe Jerusalem getötet. Nach israelischen Medienberichten eröffneten vermutlich bewaffnete Palästinenser unweit der Stadt Modiin das Feuer auf Sicherheitskräfte, die sie kontrollieren wollten. Ein weiterer Israeli wurde dabei leicht verletzt. Israelische Soldaten erschossen nach Angaben aus Militärkreisen vier militante Palästinenser, die einen nächtlichen Angriff auf die jüdische Siedlung Netsarim im Gaza-Streifen geplant hatten.

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