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Naher Osten : Bombenanschlag auf Bus in Nordisrael

  • Aktualisiert am

Ratlosigkeit vor dem Scherbenhaufen israelischer Politik Bild: aptn

Ein mutmaßlicher palästinensischer Extremist hat am Dienstagmorgen einen Bombenanschlag auf einen Linienbus in der nordisraelischen Stadt Afula verübt.

          Wenige Stunden nach dem Anschlag auf zwei Restaurants in Tel Aviv hat ein mutmaßlicher palästinensischer Extremist am Dienstagmorgen einen Bombenanschlag auf einen Linienbus in der nordisraelischen Stadt Afula verübt. Der Attentäter und ein Israeli kamen ums Leben, fünf Menschen wurden verletzt.

          Bei dem Anschlag auf zwei Restaurants in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv starben in der Nacht zum Dienstag drei Israelis sowie der palästinensische Attentäter. Mehr als 30 Menschen wurden nach Angaben des israelischen Rundfunks verletzt. Nach palästinensischen Angaben stammte der Attentäter, der bei dem Anschlag erschossen wurde aus dem Flüchtlingslager Dschebalia im nördlichen Gazastreifen. Die so genannten Al Aksa-Brigaden, eine radikale Splittergruppe der Fatah-Bewegung von Palästinenserchef Jassir Arafat, bekannte sich zu dem Überfall.

          Der Palästinenser eröffnete Augenzeugenberichten zufolge von einer Autobrücke aus das Feuer auf die Restaurants, in denen sich zu dem Zeitpunkt zahlreiche Gäste aufhielten. Anschließend sei er in eines der Restaurants eingedrungen und habe mit einem Messer wahllos auf die Gäste eingestochen. Kurz darauf sei er von der Polizei erschossen worden.

          Trauer um die Toten - hier in Jerusalem

          Vergeltung auf Vergeltung

          Der Angriff sei Rache für die Massaker an Frauen und Kindern in Ramallah und der Massaker in Dschenin, teilten die Al-Aksa-Brigaden mit Blick auf sieben getötete unbewaffnete Zivilisten bei israelischen Razzien im Westjordanland am Montag mit. Die israelische Armee hatte sich später für „die tragische Verirrung“ entschuldigt.

          Israelische Militärbewegungen

          Israel kündigte auf den Anschlag in Tel Aviv Vergeltungsschläge an. Noch in der Nacht zum Dienstag marschierten israelische Truppen in die Ortschaft Dura bei Hebron im südlichen Westjordanland ein. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben ein Palästinenser getötet und ein weiterer verletzt. Die Israelis hätten ein Haus zerstört, bevor sie nach etwa drei Stunden wieder abgezogen seien.

          Rechtsradikale Israelis haben am Dienstagmorgen zudem einen Anschlag auf eine palästinensische Schule verübt. Bei der Explosion in Ost-Jerusalem sei ein palästinensischer Lehrer verletzt worden, meldetet der israelische Rundfuk. Zwei weitere Sprengsätze in dem arabischen Viertel Tsur Baher seien rechtzeitig entdeckt worden.

          Am Montagabend hatten israelische Apache-Kampfhubschrauber zudem zwei Raketen auf das Hauptgebäude des palästinensischen Geheimdienstes in Ramallah abgefeuert. Nur wenige Meter entfernt hat Arafat sein Hauptquartier. Er habe sich in seinem Büro aufgehalten, sei aber unversehrt, sagte Arafat-Berater Abu Rudeina. Zugleich verurteilte Rudeina die Angriffe und appellierte an die internationale Gemeinschaft, Druck auf Israel auszuüben, die Gewalt zu beenden.

          Vorschläge für eine friedliche Lösung

          Derweil gehen die Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts weiter. Der Vorschlag des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak, der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon solle sich mit Arafat treffen, sei „interessant“, sagte der amerikanische Außenminister Colin Powell am Montag in Washington. Der ägyptische Staatschef hatte sich als Gastgeber für ein Gipfeltreffen im Nahen Osten angeboten. Die Entscheidung liege aber bei den Konfliktparteien selbst, betonte Powell.

          Powell begrüßte nach einem Treffen mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana auch die jüngste saudiarabische Friedensinitiative, die beim israelischen Rückzug aus den Autonomiegebieten eine diplomatische Anerkennung Israels durch die arabischen Staaten vorsieht. Solana rief dazu auf, „die Gelegenheit zu ergreifen“ und die Vorschläge in Betracht zu ziehen.

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