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Naher Osten : Annan: Blockade beenden

  • Aktualisiert am

Annan erreicht den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv Bild: REUTERS

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat in Jerusalem gefordert, Israel möge endlich die Luft- und Seeblockade des Libanons beenden. Zuvor hatte er den zerstörten Süden Beiruts besucht - und wurde von Hunderten ausgebuht.

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          UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich zuversichtlich gezeigt, bis Freitag 5000 Blauhelme im Südlibanon stationieren zu können. Die Vereinten Nationen hofften, bis dahin die derzeit 2500 Mann starke Truppe zu verdoppeln, sagte Annan am Dienstag in Jerusalem. Bei einem Treffen mit dem israelischen Verteidigungsminister Amir Perez bekräftigte er seine Forderung, Israel solle die Luft- und Seeblockade des Libanons aufheben. Perez sagte, Israel hoffe, die Blockade bald beenden zu können.

          Vor seinem Besuch in Jerusalem machte sich Annan im Südlibanon ein Bild von den Zerstörungen nach den vierwöchigen Kämpfen. In der Stadt Nakura, vier Kilometer nördlich der israelischen Grenze, traf er mit Soldaten der Blauhelmtruppe Unifil zusammen, die dort ihr Hauptquartier hat. An einem Mahnmal für die UN-Soldaten, die seit Beginn des Unifil-Einsatzes 1978 ums Leben kamen, legte Annan einen Kranz nieder. Zuletzt wurden am 25. Juli vier Blauhelme bei einem israelischen Luftangriff getötet.

          Von Hunderten ausgebuht

          In Beirut hatte Annan zuvor ein von israelischen Bomben zerstörtes südliches Stadtviertel besucht, eine Hizbullah-Hochburg. Dort wurde er von Hunderten Menschen ausgebuht.

          Kranzniederlegung für die getöteten UN-Soldaten

          Die italienische Marine zog am Dienstag bei Brindisi Schiffe zusammen, die Soldaten und Flugzeuge in den Libanon bringen sollen. Das Kabinett in Rom hatte am Montag die Entsendung von 2500 Soldaten beschlossen. Das Parlament muß dem zwar noch zustimmen, doch eine Reihe von Schiffen wird bereits in Marsch gesetzt.

          Entscheidet Berlin am Dienstag?

          Letztlich sollen 15.000 UN-Soldaten, darunter bis zu 6900 Europäer, die libanesischen Streitkräfte unterstützen, die zur Sicherung des Waffenstillstands zwischen Israel und der Hizbullah 15.000 Mann ins Grenzgebiet verlegen wollen. Eine spanische Marineeinheit wurde am Dienstag ebenfalls auf einen baldigen Einsatz im Libanon vorbereitet. Frankreich will seinen derzeitigen Beitrag an der Unifil-Truppe von 400 auf insgesamt 2000 Soldaten aufstocken.

          Die Entscheidung über einen deutschen Militäreinsatz im Libanon fällt voraussichtlich in der kommenden Woche. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Dienstag in Berlin, wenn in dieser Woche Klarheit bei den Vereinten Nationen über die Aufgaben der geplanten internationalen Friedenstruppe geschaffen werde, könnte das Kabinett am kommenden Montag und der Bundestag in den Tagen danach entsprechende Beschlüsse fassen.

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