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Naher Osten : 17-Jähriger sprengt sich in Jerusalem in die Luft

  • Aktualisiert am

Verletzte, aber keine Toten Bild: AP

Wie durch ein Wunder wurden bei dem Selbstmordanschlag nur fünf israelische Passanten leicht verletzt.

          1 Min.

          Ein palästinensischer Selbstmordattentäter hat sich am Dienstagmittag im Zentrum Jerusalems in die Luft gesprengt. Durch die Explosion seien der Täter getötet und fünf Israelis verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

          Nach Augenzeugenberichten war der 17-Jährige Palästinenser Polizisten vor einem israelischen Schnellimbiss aufgefallen. Als sie ihn anriefen und zum Stehenbleiben aufforderten, sprengte der aus Bethlehem stammende Jugendliche sich in die Luft.

          Ort des Anschlags war die Straße der Propheten an der streng bewachten Grenzlinie zwischen dem jüdischen Westteil der Stadt und der arabischen Altstadt im Osten. Es war der erste Selbstmordanschlag in Jerusalem seit sechs Wochen. Am 18 und 19. Juni waren bei zwei Terroraktionen 26 Israelis getötet worden. Nach diesen Anschlägen hatte die israelische Armee sieben der acht größeren Städte im Westjordanland besetzt.

          Palästinenser schießen auf jüdische Siedler

          In der Nähe von Nablus im Westjordanland erschossen unterdessen maskierte Palästinenser zwei jüdische Siedler. Die beiden Bewohner wollten nach Angaben von Bewohnern in einem Dorf der Umgebung Benzin verkaufen. Mehrere hinter Olivenbäumen versteckte Palästinenser schossen auf die Händler und trafen sie tödlich. Ebenfalls in der Nähe von Nablus drang am Dienstag ein Palästinenser in ein Haus der jüdischen Siedlung Itamar ein und stach einen Mann und dessen Frau nieder. Die beiden wurden schwer verletzt. Wachleute überwältigten den Täter und töteten ihn.

          Warnung vor Gewaltwelle

          Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes, Avi Dichter, warnte am Dienstag vor einer neuen Welle palästinensischer Gewalt in Israel. Allein in den vergangenen Tagen seien zwölf geplante Attentate zum Teil in letzter Minute vereitelt worden.

          Palästinensische Extremistengruppen hatten nach dem tödlichen israelischen Luftangriff auf den militanten Hamas-Führer Salach Schehade in Gaza vor einer Woche eine neue Terrorwelle gegen Israelis angedroht. Bei dem Bombenangriff waren neben Schehade und einem Helfer 13 Zivilisten, darunter neun Kinder, getötet und über 100 Menschen verletzt worden.

          Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser bemüht sich derweil um eine Wiederaufnahme der Sicherheitsgespräche mit den Palästinensern. Diese sollen nach dem Willen des Verteidigungsministers wieder die Verantwortung für die Sicherheit im Westjordanland und im Gazastreifen übernehmen, damit sich die israelischen Truppen zurückziehen können.

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