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Trump will nicht weichen : Auch Pompeo klammert

Stimme seines Herrn: Donald Trump und Mike Pompeo im Oval Office Bild: AFP

Amerikas Außenminister bestärkt seinen Boss in dessen Bunkermentalität und faselt von einer zweiten Amtzeit Trumps. Der hartgesottene Machtpolitiker Mike Pompeo erfreut mit seinem Verhalten die Autokraten dieser Welt.

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          Rund siebzig Millionen Amerikaner haben für Trump gestimmt – das ist ein Grund dafür, warum so viele führende Republikaner dem amtierenden Präsidenten die Stange halten. Die Wirkung dessen, selbst wenn es sich um Opportunismus und nicht um Trump-Verehrung oder Parteiloyalität handelt, ist dennoch groß: Die haltlose Behauptung, das Wahlergebnis sei manipuliert worden, wird dadurch geadelt. Und der Übergang zu einer neuen Regierung wird so erschwert, wenn nicht sogar fast unmöglich gemacht.

          Einer, der jetzt vom Übergang zu einer Trump-Regierung II gefaselt hat, ist Mike Pompeo. Der Außenminister ist bekanntlich jemand, der noch hoch hinaus will. Er hält sich zumindest für berufen. Also stößt er ins Horn derer, die das Wahlergebnis ins schiefe Licht rücken und so Trump in seiner gefährlichen Bunkermentalität bestärken, anstatt ihn mit der Wirklichkeit vertraut zu machen. Pompeo ist ein harter Machtpolitiker, einer, der das Außenministerium zur Verfügungsmasse eines unberechenbaren Präsidenten gemacht hat.

          Unter ihm ist die Politisierung des diplomatischen Dienstes weit vorangeschritten; was sehr bedauerlich ist. Mit seiner Einlassung liefert Pompeo jenen Munition, die Ermahnungen in Bezug auf Demokratie und faire Wahlen als anmaßend empfinden. Die Autokraten dieser Welt bekommen von Trump und seinen Helfershelfern eine gespenstige Vorführung zum Thema „Klammern an der Macht“ geliefert. Sie werden sich das merken.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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