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Nach israelischem Luftangriff : Terrorgruppe beschießt Israel mit Raketen

Israelischer Luftangriff auf Gaza Bild: dpa

Nach der Tötung eines Palästinenserführers durch die israelische Luftwaffe im Gazastreifen liefern sich beide Seiten einen blutigen Schlagabtausch. Es ist die schwerste Eskalation seit mehreren Monaten.

          2 Min.

          Nach einer gezielten Tötungsaktion der israelischen Luftwaffe im Gazastreifen haben palästinensische Terrorgruppen Israel mit mehr als achtzig Raketen beschossen. Es gab mehrere Verletzte. Die israelische Armee aktivierte das Abwehrsystem „Iron Dome“. Es fing rund ein Dutzend Raketen ab, die auf größere Städte wie Beerscheva, Aschkelon und Aschdod zuflogen.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die schwerste Eskalation seit mehreren Monaten begann, nachdem die israelische Luftwaffe am Freitagnachmittag im Gazastreifen zwei Mitglieder einer Terrorgruppe in ihrem Fahrzeug getötet hatte. Sein Auto wurde Augenzeugenberichten zufolge im Süden von Gaza-Stadt von zwei israelischen Raketen getroffen. In den Trümmern des Wagens starb auch einer seiner Helfer, Mahmud Hanani. Hanani war erst im vergangenen Oktober als einer von insgesamt 1027 in Israel inhaftierten Palästinensern im Austausch gegen den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen.

          Zahir Kaisi, ein Anführer der Volkswiderstandkomitees, habe bei der Vorbereitung mehrere Angriffe auf Israelis bei Eilat am 12. August 2011 eine wichtige Rolle gespielt, teilte die Armee mit. Er sei auch an der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit beteiligt gewesen und habe Kontakte zur libanesischen Hizbullah-Miliz unterhalten. Zusammen mit seinem ebenfalls getöteten Schwager habe er gerade ein größeres Attentat auf dem Sinai vorbereitet.

          Gazastreifen : Mehrere Tote nach israelischem Luftangriff

          Bei den insgesamt 16 israelischen Luftangriffen bis Samstag kamen mindestens 14 Palästinenser. ums Leben. Weitere 18 Menschen wurden in dem Gebiet am Mittelmeer nach Angaben des medizinischen Notdienstes in Gaza-Stadt zum Teil schwer verletzt. 

          Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas und Palästinenserführer Mahmud Abbas gaben Israel die Schuld an der Eskalation. Das Volkswiderstandskomitee kündigte Vergeltung an, die den „zionistischen Feind erschüttern“ werde. „Die Ermordung unseres Anführers wird unseren Widerstand nicht beenden“, sagte der Sprecher der Organisation, Abu Attija. Am Samstag versammelten sich im Gazastreifen Tausende Menschen zu den Beerdigungen der Opfer.

          Mitglieder der von Iran unterstützten Terrorgruppe „Islamischer Dschihad“ begannen daraufhin am Freitagabend den Süden Israels mit Raketen zu beschießen. Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben mehrere Ziele in Gaza an. Darunter waren Mitglieder von Terrorzellen, Raketenwerfer und Werkstätten für den Bau von Waffen. Es habe zwölf Tote gegeben, hieß es aus Gaza-Stadt.

          Die israelischen Behörden forderten die Einwohner des Südens auf, größere Menschenansammlungen zu meiden. Zudem schlossen sie aus Angst vor Anschlägen die Landstraße 12, die auf dem Sinai wenige Meter von der ägyptischen Grenze verläuft. Zur letzten größeren Eskalation im Süden Israelis war es im August 2011 gekommen, nachdem Terroristen bei Eilat acht Israelis getötet hatten.

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