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Nach der Wahl : Trittins Niederlage

Die Niederlage der Grünen ist vor allem eine Niederlage Jürgen Trittins. Doch er wird damit leben können. Im harten Kern der Grünen, auf den sie jetzt zurückgeführt wurden, fühlt er sich besonders wohl.

          Die Grünen sind wieder dort angelangt, wo sie lange vor Fukushima einmal standen - ihr Ausflug in die linke Mitte, dorthin also, wo die SPD schon genug vergebliche Mühe hat, sich zu alter Stärke auszubreiten, ist gescheitert.

          Die Landung war im Bund noch härter als in Hessen. Für Jürgen Trittin wird es schwierig werden, die Partei, aber vor allem die Landesverbände davon zu überzeugen, dass er mit den Gründen für diese Niederlage nichts zu tun habe. Sowohl das Wahlprogramm mit ausufernden steuer- und sozialpolitischen Forderungen wie auch die Auseinandersetzung über den „pädophilen Komplex“ der Grünen trugen seinen Stempel.

          Was jetzt kommt, wird deshalb nicht allein von ihm bestimmt. Es werden sich diejenigen in der Partei zurückmelden, die den grünen Höhenflug in andere Bahnen lenken wollten. Das sind vor allem die Stimmen aus den Ländern. Für die SPD hat das den Nachteil, dass sie sich nicht mehr sicher sein kann, einen Partner zu haben, der gegen CDU und CSU mit ihr durch dick und dünn geht.

          Trittin allerdings ist es vermutlich egal, die Grünen auf ihren harten Kern zurückgeführt zu haben. Da fühlt er sich besonders wohl.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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