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Nach den Anschlägen : Was rechte Populisten über Brüssel twittern

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„Alle solidarisch mit den Toten. Wann seid ihr endlich solidarisch mit den Lebenden?“, twitterte der nordrhein-westfälische AfD-Vorsitzende Marcus Pretzell, hier mit seiner Lebensgefährtin Frauke Petry Bild: dpa

Die Zahl der Opfer war noch nicht bekannt, da nutzten die ersten Rechtspopulisten wie Marcus Pretzell oder Beatrix von Storch die Anschläge von Brüssel schon für ihre Zwecke.

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          Um 8:18 twitterte Marcus Pretzell: „Explosion an Brüsseler Flughafen!“ Da waren die ersten Eilmeldungen gerade über die Ticker gegangen, noch war wenig über das bekannt, was am Flughafen passiert war. Ob der nordrhein-westfälische AfD-Vorsitzende selbst vor Ort war, ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass er – wie seine Parteikollegin Beatrix von Storch – in seiner Funktion als Europaabgeordneter in Brüssel war.

          Ungefähr vier Stunden später, gegen halb eins am Mittag, postete Pretzell einen Tweet mit dem Hashtag #jesuisheuchler. „Alle solidarisch mit den Toten. Wann seid ihr endlich solidarisch mit den Lebenden?“, fragte Pretzell. Vom anfangs informativen Tonfall hatte sich Pretzell da längst verabschiedet. Als die Wochenzeitung „Die Zeit" bei Twitter schrieb, man solle „Durchatmen und nachdenken“ und eben keine falschen Schlüsse ziehen, schrieb Pretzell: „Nein diesmal nicht wie jedes Mal! Es reicht!“ 

          Auch Pretzells Parteifreundin Beatrix von Storch sorgte wenig später mit einem Post für Aufregung. Auf Facebook richtete sie ihren Followern „viele Grüße aus Brüssel" aus. Und fügte hinzu: „Wir haben soeben das Parlament verlassen. Hubschrauber kreisen. Militär rückt an. Sirenen überall. Offenbar viele Tote am Flughafen und am Zentralbahnhof. Hat aber alles nix mit nix zu tun.“ 

          Nutzer warfen von Storch auf ihrer Seite daraufhin vor, sie sei eine „Hetzerin“, verhalte sich „geschmacklos" und „ohne Empathie“.

          Auch Donald Trump, der immer aussichtsreichere amerikanische Präsidentschaftskandidat der Republikaner, reagierte im Kurznachrichtendienst Twitter umgehend auf die Brüsseler Anschläge.Ein Wort der Trauer? Fehlanzeige, stattdessen nimmt Trump die Anschläge zum Anlass, Grenzschließungen das Wort zu reden. Die Forderung wiederholt er später auch beim Sender Fox News: „Ich würde unsere Grenzen zumachen.“

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