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Nach dem Machtwechsel : Nordkorea will so bleiben wie es ist

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Kein Kurswechsel in Sicht: Kim Jong-un lässt alles beim Alten Bild: dapd

Die neue Führung in Nordkorea hält an der Politik des verstorbenen Machthabers Kim Jong-il fest. In einer Erklärung heißt es, Nordkorea werde niemals mit der Gruppe der „Verräter“ um den südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak zusammenarbeiten,

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          Einen Tag nach dem Ende der Trauerfeierlichkeiten für Kim Jong-il hat Nordkorea Hoffnungen auf eine versöhnlichere Politik gegenüber Südkorea zunichte gemacht. Nordkorea werde niemals mit der Gruppe der „Verräter“ um den südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak zusammenarbeiten, hieß es in einer Erklärung der Nationalen Verteidigungskommission Nordkoreas vom Freitag.

          Die Erklärung ist die erste Äußerung zu den innerkoreanischen Beziehungen, seit am Donnerstag Kim Jong-un offiziell als Nachfolger seines Vaters als oberster Führer Nordkoreas vorgestellt worden war. In Südkorea wird der Machtwechsel genau beobachtet, da sich mögliche Veränderungen auf die Sicherheit Südkoreas auswirken könnten. Die beiden Staaten in Korea befinden sich offiziell noch im Kriegszustand. Die Beziehungen sind seit einigen Jahren gespannt. Südkoreas Präsident Lee Myung-bak hatte Hilfsleistungen für den verarmten Norden ausgesetzt. Nordkorea hatte darauf mit Provokationen reagiert.

          Die Verteidigungskommission ist eines der wichtigsten Gremien in Nordkorea. Pjöngjang verübelt es der Regierung im Süden besonders, dass diese keine offizielle Trauerdelegation nach Nordkorea geschickt hat und lediglich Kondolenzbesuche einer Delegation der Unternehmens-Direktorin von Hyundai zugelassen hat. Präsident Lee Myung-bak hat aber sein Mitgefühl ausgedrückt und gesagt, dass Südkorea keine Feindseligkeit gegenüber dem Norden hege. Dazu heißt es nun in der nordkoreanischen Erklärung, die „Verräter“ müssten für Verbrechen büßen, die sie in Zeiten des nationalen Unglücks begangen hätten. Ein Sprecher der südkoreanischen Regierung bezeichnete die Erklärung als Enttäuschung. Man hoffe trotzdem, dass Nordkorea sich schnell stabilisieren und eine konstruktive Haltung einnehmen werde.

          Nordkorea versicherte, dass Streitkräfte und Volk dem Weg der Verbesserung der Beziehungen zu Südkorea verpflichtet seien, um Frieden und Wohlstand zu erreichen. Nordkorea sagte, man wolle die Politik des verstorbenen Führers fortsetzen. Dazu gehört das Atomprogramm und die herausgehobene Stellung des Militärs im Staat.

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