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Anschläge auf Sri Lanka : „Er war doch noch so jung“

  • -Aktualisiert am

Neue Bombenfunde lassen die Menschen auf Sri Lanka nicht zur Ruhe kommen. Sie haben Angst, das Land ist gespalten. Bild: AP

Nach den Anschlägen auf Sri Lanka werden die Trümmer weggeräumt, Angehörige trauern um die Toten. Besuch in einem Urlaubsparadies, dessen Bevölkerung gespalten ist.

          6 Min.

          Das Osterfest war der Termin, an dem Chamod seine neuen Schuhe anzog. Sein Vater und seine Tante hatten ihm geraten, dafür auf eine besondere Gelegenheit zu warten. Die beiden fragte Chamod auch, wie er in den Schuhen aussehe, und sie antworteten ihm: großartig. Dann machte sich der Schüler mit seiner Tante auf zum katholischen Ostergottesdienst. Die Mutter war vor etwa einem Jahr an Krebs gestorben, der Vater blieb zuhause, weil es ihm nicht gut ging an diesem Ostersonntag. Als er seinen Sohn das nächste Mal sah, war er aufgebahrt im Krankenhaus.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Seinen Körper hatte jemand mit einem Tuch verhüllt. Chamods Vater sagt: „Ich konnte ihn an seinem T-Shirt identifizieren – und an seinen Schuhen.“ Nun sitzt Calistos Anthony Perera auf der Terrasse vor seinem Haus und nimmt Trauerbekundungen entgegen. Verwandte, Nachbarn und Freunde kommen von überall her, um ihm ihr Beileid auszusprechen. Der Vater holt ein gerahmtes Foto heraus, das seinen Sohn bei seiner Kommunion zeigt; er trägt eine weiße Uniform und hält weiße Blumen in den Händen. Calistos Anthony Perera hält das Bild den versammelten Trauergästen entgegen und sagt: „Er war doch noch so jung. Warum denn mit nur elf Jahren?“ Die Gäste schweigen betreten. Dann kommen ein paar männliche Verwandte hinzu, sie wollen die Feierlichkeiten für das Begräbnis planen. Der lokale Brauch verlangt, dass dabei Poster mit Bildern des Verstorbenen aufgehängt werden. Doch die Behörden haben noch nicht einmal den Leichnam des Jungen freigegeben.

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