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SPD : Hartmann soll trotz Drogenkonsum Abgeordneter bleiben

  • Aktualisiert am

Michael Hartmann ist seit 2002 Mitglied des Bundestags Bild: dpa

Fraktionschef Thomas Oppermann sieht keinen Grund, den SPD-Politiker Michael Hartmann aus dem Bundestag zu drängen. Man müsse bei Fällen von Drogenkonsum „auch immer die menschliche Seite sehen“.

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          Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann kann nach Einschätzung des Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann trotz der Ermittlungen wegen Drogenkonsums im Parlament bleiben. „Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse sehe ich keinen Grund, dass sich Hartmann entscheiden müsste, sein Mandat niederzulegen“, sagte Oppermann am Samstag dem SWR. Wenn der Innenpolitiker tatsächlich Drogen konsumiert habe, „dann war das sicher eine Situation, wo er Hilfe gebraucht hätte“, sagte Oppermann. „Ich finde, wir müssen bei diesen Fällen auch immer die menschliche Seite sehen.“

          Hartmann hatte zugegeben, im vergangenen Jahr die extrem gefährliche und verbotene Designerdroge Crystal Meth genommen zu haben. Nach Angaben seines Anwalts hat der 51 Jahre alte Politiker die Droge im Herbst 2013 „in geringer eigenverbrauchsüblicher Menge“ gekauft und konsumiert. Hartmann habe gehofft, dadurch leistungsfähiger zu sein. Nach etwa einem Monat habe er den Konsum des Methamphetamins beendet. Eine von Hartmann veranlasste medizinisch-psychiatrische Untersuchung habe ergeben, dass er nicht drogenabhängig sei.

          Hartmann war vor seinem Amt als innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion zurückgetreten, kurz nachdem sein Drogenkonsum publik geworden war. Er hatte auch seinen Sitz im Parlamentsgremium zur Kontrolle der Geheimdienste zur Verfügung gestellt.

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