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Nach Anschlag in Stockholm : Schweden will konsequenter abschieben

  • Aktualisiert am

Am Ort des Attentats in Stockholm haben Menschen Blumen niedergelegt. Bild: AFP

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven will Konsequenzen aus dem Attentat von Stockholm ziehen und abgelehnte Asylbewerber schneller abschieben lassen. In der Hauptstadt versammelten sich Tausende zu einer „Liebes-Demonstration“.

          Nach dem Lkw-Anschlag von Stockholm dringt Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven auf eine konsequentere Abschiebepraxis. Dem mutmaßlichen Attentäter war nach Behördenangaben 2016 eine Aufenthaltsgenehmigung versagt worden. Er hätte das skandinavische Land verlassen müssen, tauchte aber unter. „Das frustriert mich“, sagte der Sozialdemokrat Löfven am Sonntag bei einem Kongress seiner Partei in Göteborg. Ein Nein müsse eine Abschiebung zur Folge haben. „Wir müssen die Möglichkeiten verbessern, das durchzusetzen.“

          In Stockholm nahmen am Sonntag aus Solidarität mit den Opfern des mutmaßlichen Terroranschlags und deren Familien Tausende Menschen an einer Kundgebung teil. Mit der sogenannten „Liebes-Demonstration“ auf einem zentralen Platz nahe des Anschlagsortes wollten sie „ein Zeichen setzen gegen den Terror und Hass“. Zu der Veranstaltung war in den sozialen Netzwerken aufgerufen worden. „Wir kommen aus verschiedenen Städten und Ländern, aber heute sind wir alle Stockholmer“, erklärten die Teilnehmer.

          Tausende Schweden kamen zur Kundgebung auf dem zentralen Platz Sergels Torg.

          Papst Franziskus sagte am Sonntag beim Angelusgebet auf dem römischen Petersplatz, er bete für die Opfer und die Verletzten. Für diesen Montag kündigte Ministerpräsident Löfven zum Gedenken an die Opfer eine Schweigeminute an.

          Bei dem Anschlag mit einem Lastwagen waren am Freitagnachmittag vier Menschen getötet und 15 verletzt worden. Die Polizei ermittelt gegen einen festgenommenen 39 Jahre alten Usbeken wegen Terrorverdachts. Ihm wird vorgeworfen, den Lastwagen gesteuert zu haben. Er soll Sympathie für extremistische Organisationen wie den „Islamischen Staat“ gezeigt haben.

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