https://www.faz.net/-gpf-38m1

Morgeninterview : Meinungsforscherin Köcher: Zuwanderung im Wahlkampf nicht ausblenden

  • Aktualisiert am

Köcher: Zuwanderung muss Wahlkampfthema werden Bild: Allensbach-Institut

Die Leiterin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, sagt im FAZ.NET-Interview, dass die Bevölkerung alle wichtigen Themen im Wahlkampf behandelt sehen will.

          Die Leiterin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, sagt im FAZ.NET-Interview, dass die Bevölkerung nicht will, dass wichtige Themen aus dem Wahlkampf herausgehalten werden. Nach ihren Worten wird dem Kanzlerkandidaten der Union, Edmund Stoiber (CSU), beim Thema Zuwanderung eine größere Kompetenz als Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zugetraut.

          An diesem Freitag entscheidet der Bundesrat über das Zuwanderungsgesetz der rot-grünen Bundesregierung. Welchen Stellenwert hat das Thema Zuwanderung für die Deutschen?

          Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung hält es für wichtig, dass die Zuwanderung geregelt wird. Dabei wünscht die Mehrheit ein Gesetz, das die Zuwanderung begrenzt und nach nationalen Interessen steuert. Zudem muss die Integration sichergestellt sein.

          Wie wichtig ist das Thema Zuwanderung für die Wahl?

          Wieviel Zuwanderung will die deutsche Bevölkerung?

          Unter guter Integration versteht die überwältigende Mehrheit das Erlernen der deutschen Sprache sowie die Akzeptanz der deutschen Kultur bei gleichzeitiger Toleranz gegenüber anderen Kulturen.

          Was bedeutet das für das Konzept der so genannten deutschen Leitkultur?

          Die Mehrheit der Bevölkerung hat kein Problem mit dem Konzept einer deutschen Leitkultur. Sie versteht darunter, dass im Konfliktfall die deutsche Werteordnung Vorrang haben muss - zum Beispiel bei der Stellung der Geschlechter.

          Was bedeutet ein Scheitern des Gesetzes im Bundesrat für Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinen Unionsherausforderer Edmund Stoiber?

          Stoiber wird weitaus mehr als Schröder eine Regelung der Zuwanderung zugetraut, die mit den Interessen der Bevölkerung übereinstimmt. Entsprechend erwartet die Bevölkerung von einem Regierungswechsel eine aus ihrer Perspektive vernünftige Regelung.

          Ist das Thema Zuwanderung für den Wahlkampf geeignet?

          Die Mehrheit der Bevölkerung spricht sich generell dagegen aus, wichtige Themen aus dem Wahlkampf auszublenden. Das gilt gerade auch für das Thema Zuwanderung.

          Weitere Themen

          Die da oben

          FAZ Plus Artikel: Populismus : Die da oben

          Populisten geben sich gerne als Männer und Frauen des Volkes. Am Beispiel der AfD kann man jedoch sehen: Kritiker der „Elite“ sind meist elitärer, als ihre Rhetorik vermuten lässt.

          Solidarität in der Flüchtlingsfrage?

          Migrationsgipfel auf Malta : Solidarität in der Flüchtlingsfrage?

          Auf dem Minigipfel auf Malta wird sich zeigen, ob es in der Flüchtlingsfrage eine Lastenteilung in der EU gibt oder ob es beim Widerstreit nationaler Interessen bleibt. Selbst eine Einigung könnte noch viele Probleme offen lassen.

          Topmeldungen

          Passagiere des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook am Flughafen von Palma de Mallorca.

          Thomas Cook ist pleite : Was Reisende jetzt wissen müssen

          Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook verunsichert Tausende von Urlaubern. Geht mein Geld verloren? Wie sicher ist das Absicherungsversprechen? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Reisende.
          Volkstribun? Der Landesvorsitzende der AfD in Brandenburg, Andreas Kalbitz

          Populismus : Die da oben

          Populisten geben sich gerne als Männer und Frauen des Volkes. Am Beispiel der AfD kann man jedoch sehen: Kritiker der „Elite“ sind meist elitärer, als ihre Rhetorik vermuten lässt.
          Glitzernde Autoshows wollen die Marketingstrategen der Firmen nicht mehr.

          War’s das mit der IAA? : Dilettanten am Steuer

          Wie ruiniert man eine IAA? Man nehme streitende Konzerne, einen Frankfurter Oberbürgermeister und einen hilflosen Verband. Schadenfreude? Ist nicht angebracht. In Deutschland sollten die Alarmglocken schrillen.
          Das Mercedes-Benz Logo auf dem Turm des Hauptbahnhofes in Stuttgart.

          Brandbrief : Daimler-Vorstand rüttelt die Belegschaft wach

          Der Daimler-Vorstand Ole Källenius will mit einem Brandbrief seine Führungskräfte wachrütteln: Daimler will kurzfristig mindestens 4,2 Milliarden Euro einsparen. Die Mitarbeiter sollen selbst Ideen dafür finden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.