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Mord an Botschafter : Russland lobt türkisches Urteil

Vor laufenden Kameras hatte Mevlüt Altintas im Dezember 2016 den russischen Botschafter in Ankara, Andrej Karlow, ermordet. Bild: AP

2016 wurde der damalige russische Botschafter in Ankara ermordet. Die türkische Justiz hat deswegen nun lange Haftstrafen verhängt. Im Hintergrund der Tat sieht sie die Gülen-Bewegung.

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          Russland ist mit dem Urteil der türkischen Justiz im Fall der Ermordung des russischen Botschafters in Ankara vom Dezember 2016 zufrieden. Man habe die Verurteilung von fünf Angeklagten zu verschärfter lebenslanger Haft am Dienstag mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, zitieren türkische Medien einen Sprecher des russischen Außenministeriums. Moskau sei nach wie vor davon überzeugt, dass für den Mord „bestimmte Gruppen“ verantwortlich seien, die damals gegen Russland und Syrien eine negative Stimmung erzeugt hätten.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Am 10. Dezember 2016 hatte der damalige russische Botschafter Andrej Karlow in Ankara eine Fotoausstellung eröffnet, als ihn der 22 Jahre Mevlüt Altintas mit mehreren Schüssen getötet hat. Altintas, der sich als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma Zutritt, jedoch außerhalb seines Dienstes, verschafft hatte, rief „Vergesst nicht Aleppo, vergesst nicht Syrien“ aus, und feuerte vor laufenden Kameras auf den Botschafter. Türkische Spezialkräfte töteten Altintas umgehend. In jenen Tagen hatte das syrische Regime mit russischer Hilfe die lange Schlacht um Aleppo für sich entschieden.

          In der Anklage der Staatsanwaltschaft gegen 28 Verdächtige hieß es, der Mord an Karlow sei ein Terrorakt und eine Verschwörung der Gülen-Bewegung zum Zwecke des Umsturzes der konstitutionelle Ordnung der Türkei. Zuvor hatte die türkische Führung die Gülen-Bewegung bereits für den gescheiterten Putschversuch am 15. Juli 2016 verantwortlich gemacht.

          Fünf der Angeklagten wurden wegen der Beteiligung am Mord und der angeblichen Mitgliedschaft in der Gülen-Bewegung zu verschärfter lebenslanger Haft verurteilt. Sechs wurden freigesprochen, acht weitere wegen Mitgliedschaft oder Unterstützung der Gülen-Bewegung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Gegen weitere neun Personen wird weiter in Abwesenheit ermittelt, unter ihnen befindet sich der im amerikanischen Exil lebende Prediger Fethullah Gülen.

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