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Möglicher Lieferstopp Moskaus : Was passiert, wenn das Gas wegbleibt?

„Niemals das Heft des Handelns aus der Hand geben“: Blick in die Leitstelle der EWE in Oldenburg Bild: Domenic Driessen

Die deutschen Versorger bereiten sich in ihren Netzleitstellen auf eine Notlage im Winter vor. Warum die hohen Preise dann nicht das größte Problem sind.

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          Hinten in der Ecke liegen alte Landkarten. Im Nordwesten Deutschlands ist ein Kreis eingezeichnet: „Dämme drohen zu brechen“, hat jemand mit farbigem Stift hineingemalt. An der Nordsee weitere Kreise: „Deichsperrung“, „Überflutungen drohen“, steht darin. „Das war ein Überflutungsszenario mit anschließender Evakuierung“, erinnert sich Uwe Langer. „Blackout beim Strom, Ausfall der Wasserversorgung und Gebäudesprengungen gab es bei uns auch. Pandemie haben wir ebenfalls schon geübt – vor Corona.“

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Nun allerdings droht ein Ernstfall: Wenn der Kreml den europäischen Ländern den Gashahn zudreht, gefährdet das im besonders abhängigen Industrieland Deutschland die Versorgung von Millionen Haushalten und Betrieben. Auch beim Energieversorger EWE in Oldenburg bereitet man sich auf eine akute Gasnotlage vor. „Hier gibt es tatsächlich einen Knopf, auf den wir drücken, und dann kommen unsere Leute zu einer Krisensitzung zusammen“, erzählt Uwe Langer. „Am Tag, als der Krieg ausbrach, hatten wir unser erstes Treffen.“

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