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Missbrauch in der Katholischen Kirche : Papst setzt Kinderschutzkommission ein

  • Aktualisiert am

Reagiert auf die Pädophilie-Skandale: Papst Franziskus hat eine Kommission eingesetzt. Bild: dpa

Papst Franziskus hat einen Ausschuss gegen Kindesmissbrauch in der Katholischen Kirche eingesetzt. Mit dabei sind katholische Würdenträger, außerkirchliche Experten - und ein Missbrauchsopfer.

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          Papst Franziskus hat eine Kommission zum Schutz von Minderjährigen vor sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche eingesetzt. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, ist unter den Mitgliedern des neuen Gremiums auch ein Missbrauchsopfer aus Irland. Die Mitglieder des Gremiums sollen zunächst die Aufgaben und Kompetenzen des Ausschusses genauer bestimmen und weitere Mitglieder weltweit rekrutieren.

          Zu den weiblichen Gremiumsmitgliedern gehören unter anderem die französische Kinderpsychiaterin Catherine Bonnet, das irische Missbrauchsopfer Marie Collins und Polens früherer Ministerpräsidentin Hanna Suchocka. Franziskus hatte im Dezember die Bildung des Ausschusses angekündigt und damit auf den Pädophilie-Skandal reagiert, der die Kirche erschüttert hatte.

          Fünf Laien, vier Frauen

          Von den insgesamt acht Mitgliedern der Kommission sind fünf Laien, unter ihnen vier Frauen. Aus Deutschland gehört der Kommission der Jesuit und Psychologieprofessor Hans Zollner an. Der aus Regensburg stammende Zollner lehrt an der römischen Universität Gregoriana. Er gilt als einer der führenden kirchlichen Fachleute auf diesem Gebiet. Die aus Dublin stammende Marie Collins wurde in den 1960er Jahren von einem katholischen Priester sexuell missbraucht. Sie engagiert sich seit längerem für einen besseren Schutz von Kindern in der katholischen Kirche.

          Der Papst mache mit diesem Schritt deutlich, dass der Schutz von Minderjährigen zu den vordringlichsten Aufgaben der Kirche zähle, äußerte Vatikansprecher Federico Lombardi. Die Vereinten Nationen hatten dem Vatikan indes genau das Gegenteil vorgeworfen.

          Lombardi sagte, in dem Bewusstsein, dass die Kirche auf diesem Gebiet eine entscheidende Rolle spiele, werde die Kommission Maßnahmen entwickeln. Hierbei gehe es sowohl um Vorbeugung als auch um Strafverfolgung sowie einen Verhaltenskodex. Vorrangige Aufgabe der Kommission sei zunächst die Erarbeitung von Statuten, die Funktion und Kompetenzen festlegten.

          Weitere Mitglieder der bereits im Dezember angekündigten Kinderschutzkommission sind der Bostoner Kardinal Sean Patrick O’Malley sowie die frühere polnische Ministerpräsidentin Hanna Suchocka. Hinzu kommen der italienische Jurist und Kirchenrechtler Claudio Papale, der bereits für die vatikanische Glaubenskongregation in Missbrauchsfällen tätig ist, die emeritierte Londoner Psychiatrieprofessorin Sheila Hollins, der in Rom lehrende argentinische Jesuit und der Moraltheologe Humberto Miguel Yanez.

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