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Mineralöl : Auf Dauer Nummer eins

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Eine Ölplattform der norwegischen Firma Fred Olsen Energy in Nigeria. Bild: dpa

Mineralöl ist der mit Abstand wichtigste Primärenergieträger für die deutsche Volkswirtschaft, die selbst über keine nennenswerten Ölvorkommen verfügt. In der Klimapolitik spielt der Ölverbrauch bisher eine untergeordnete Rolle.

          Mineralöl ist der seit vielen Jahren mit Abstand wichtigste Primärenergieträger für die deutsche Volkswirtschaft. Mineralöl bestritt 2009 mehr als ein Drittel (34,7 Prozent) des Primärenergieverbrauchs. Mit 108.000 Tonnen lag er zwar krisenbedingt fünf Prozent unter Vorjahresniveau, aber weit unter dem des Jahres mit dem größten Absatz, 1996, als 132.000 Tonnen verbraucht wurden. Beim Verbrauch ergibt sich eine klare Rangfolge: Verkehr vor Heizenergie und Industrie.

          Mehr als die Hälfte des Verbrauchs wird für den Kraftfahrzeug- und Flugverkehr benötigt. Bei Kraftstoffen gibt es eine seit Jahren anhaltende Verschiebung: Die Nachfrage nach Diesel steigt, während die nach Benzin leicht zurückgeht. Ein Grund dafür ist die Ausweitung des Güterverkehrs mit Lastkraftwagen, auch die wachsende Zahl dieselgetriebener Pkw.

          Deutschland besitzt keine nennenswerten Ölvorkommen

          Auf Diesel entfiel 2009 knapp ein Drittel des Gesamtverbrauchs, auf Benzin ein Fünftel, auf Flugbenzin gut acht Prozent. Öl ist als Heizenergie zwar seit Jahren auf dem Rückzug, dennoch wurde 2009 gut 20 Prozent der Einfuhr als leichtes Heizöl verbraucht. Schweres Heizöl und Rohbenzin (Naphta) werden vor allem in der Industrie eingesetzt. Ihr Aufkommen ist etwa so groß wie das von leichtem Heizöl.

          Deutschland besitzt keine nennenswerten Ölvorkommen. Deshalb werden - trotz eines stark, wenn auch auf niedriger Basis steigenden Einsatzes von Bio-Öl - 97 Prozent des Verbrauchs aus dem Ausland gedeckt. Die Opec als Kartell großer Förderländer trug ein Fünftel zur Versorgung bei. Aus der Nordsee stammte mehr als ein Viertel, aber fast die Hälfte kam aus den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten. Die Liste der Lieferanten führte Russland (35,4 Prozent) mit Abstand vor Norwegen (14 Prozent), Großbritannien (10 Prozent), Libyen, Kasachstan, Aserbaidschan und Nigeria an.

          In der Klimapolitik spielt der Ölverbrauch bisher eine untergeordnete Rolle. Aspekte davon sind die Debatte um das Elektroauto, Verbrauchsminderung von Motoren und die Besteuerung von Flugbenzin. Schon heute ist die Steuerlast auf Benzin und Diesel besonders hoch. Allein aus der 1999 eingeführten Ökosteuer werden mehr als 16 Milliarden Euro zur Rentenfinanzierung verwandt.

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