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Nach Kämpfen in Gaza : Militante Gruppen: Haben mit Israel Feuerpause vereinbart

  • Aktualisiert am

Grund für Angriffe: Raketen aus Gaza-Stadt Bild: AFP

Nach einem heftigen Schlagabtausch mit Israel hat die Hamas am Samstagabend eine Waffenruhe verkündet. Was diese Aussage wert ist, ist aber völlig unklar.

          Militante Gruppen im Gazastreifen und Israel haben sich palästinensischen Angaben zufolge nach gegenseitigem Beschuss auf eine Waffenruhe geeinigt. Ein Sprecher der radikalislamischen Hamas-Miliz sagte am Samstagabend, dass mit ägyptischer Vermittlung eine Beruhigung vereinbart worden sei. Die militante Gruppe Islamischer Dschihad gab in einer getrennten Mitteilung eine Feuerpause mit Israel bekannt. Ein Sprecher von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war bisher nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Der Schlagabtausch zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas war zuvor abermals gefährlich eskaliert. Israels Luftwaffe flog am Samstag als Reaktion auf Attacken aus dem Küstenstreifen massive Luftangriffe auf Hamas-Ziele. Es handele sich um „den größten Tageslicht-Angriff“ seit dem Gaza-Krieg im Sommer 2014, sagte der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus.

          Israel hatte bereits in der Nacht Hamas-Ziele angegriffen, darunter zwei Angriffstunnel. Allein in einer dritten Welle tagsüber seien 40 militärische Hamas-Ziele bombardiert worden, sagte Conricus. Das Hauptquartier eines Hamas-Bataillons in Beit Lahia im Norden des Gazastreifens sei komplett zerstört worden, ebenso wie ein logistisches Zentrum mit Helium-Vorräten.

          Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Armeeangaben am Samstag insgesamt 100 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. In der Grenzstadt Sderot wurden nach Medienberichten ein Haus und eine Synagoge getroffen. Drei Menschen erlitten nach Armeeangaben Verletzungen. Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Hamas-Gebäude in der Stadt Gaza wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza zwei Teenager getötet und 14 weitere Menschen verletzt.

          „Vergeltung“ für Taten der Islamisten

          Conricus sprach von „Vergeltung der israelischen Armee gegen die Hamas“. Seit Monaten verübe die radikalislamische Palästinenserorganisation Terrorangriffe auf Israel. Der Armeesprecher bezog sich auf Angriffe mit Brand-Drachen, Raketen und Mörsergranaten sowie Attacken am Grenzzaun. Zuletzt habe die Gewalt zugenommen, sagte Conricus.

          „Unsere Botschaft an die Hamas ist: Wir können und werden die Intensität unserer Angriffe steigern“, sagte der Sprecher. „Die Hamas drängt die Bevölkerung des Gazastreifens immer weiter an den Rand des Abgrunds.“ Er betonte, es seien nur militärische Ziele angegriffen und die Bevölkerung in arabischer Sprache gewarnt worden.

          Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat mit einer Verschärfung der Angriffe im Gazastreifen gedroht, sollten Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel andauern. Bei einer Beratung mit dem Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und der Armeespitze habe man sich „für einen entschlossenen Einsatz gegen den Hamas-Terror entschlossen“, sagte Netanjahu. Die israelische Armee habe der im Gazastreifen herrschenden Hamas mit massiven Luftangriffen den „härtesten Schlag“ seit dem Gaza-Krieg versetzt. „Wir werden die Intensität der Angriffe wenn nötig verstärken“, sagte Netanjahu.

          Seit dem 30. März haben israelische Soldaten bei teils gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben rund 140 Menschen getötet. Viele davon waren Hamas-Mitglieder. Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet.

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