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Michelle Obama über Boko-Haram-Opfer : „Barack und ich sehen in diesen Mädchen unsere eigenen Töchter“

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Michelle Obama Bild: AFP

Emotionaler Appell von Michelle Obama: Erstmals hält die First Lady die traditionelle wöchentliche Rundfunkansprache in Amerika - und brandmarkt darin die Entführung von 223 Schülerinnen in Nigeria. 

          Amerikas First Lady Michelle Obama hat am Samstag erstmals an der Stelle ihres Mannes die wöchentliche Rundfunkansprache gehalten, um über die entführten Schülerinnen in Nigeria zu sprechen. In der Rede anlässlich des Muttertags am Sonntag geißelte Michelle Obama die Verschleppung der jungen Mädchen als „skrupellose Tat“ einer Terrorgruppe, die jegliche Bildung für Mädchen verhindern wolle. Die Tat sei kein Einzelfall.

          Jeden Tag „riskieren Mädchen in aller Welt ihr Leben“, um ihren Traum von Bildung und einem eigenständigen Leben zu verfolgen, sagte Michelle Obama. „Wie Millionen von Menschen rund um den Globus sind mein Mann und ich empört und bekümmert über die nächtliche Verschleppung von mehr als 200 nigerianischen Mädchen aus dem Schlafsaal ihrer Schule“, sagte Obama. Sie sähen in den Opfern „unsere eigenen Töchter“ und könnten sich den Schmerz der Eltern gut vorstellen.

          Die radikalislamische Gruppe Boko Haram hatte Mitte April und Anfang Mai im Norden Nigerias insgesamt knapp 300 Schülerinnen verschleppt. Mehreren dutzend Mädchen gelang zwar die Flucht, doch gelten noch immer 223 als vermisst. Der Boko-Haram-Führer Mohammed Abubakar Shekau kündigte am Montag in einem Video an, die Mädchen zwangsverheiraten oder versklaven zu wollen. Die Vereinigten Staaten und auch Großbritannien schickten inzwischen erste Polizei- und Militärexperten nach Nigeria, um bei der Suche nach den Mädchen zu helfen.

          Bereits am Mittwoch hatte sich Michelle Obama mit den Schülerinnen in Nigeria solidarisch gezeigt. In ihrer Radioansprache am Samstag erinnerte die First Lady auch an das Schicksal der pakistanischen Schülerin und Kinderrechtsaktivistin Malala, die von Taliban-Kämpfern niedergeschossen worden war. Nach ihren Angaben bleibt auch heute noch 65 Millionen Mädchen weltweit die Schulbildung versagt.

          Die amerikanischen Präsidenten nehmen einmal wöchentlich im Radio zu Themen ihrer Wahl Stellung, das Weiße Haus veröffentlicht auf seiner Internetseite dazu eine Video-Version. Dort war Michelle Obama bereits mehrmals an der Seite ihres Mannes zu sehen, doch bisher ergriff sie noch nie allein das Wort.

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