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Kinderpornographie : Die Opfer sitzen im Dunkeln

Logfile auf dem Monitor eines Cyberkriminalisten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg auf einem Bild aus dem Jahr 2015. Bild: dpa

Das Urteil gegen Metzelder und der Schlag gegen die Kinderpornographie-Plattform verdeutlichen, dass es sich bei dieser Form von Kriminalität nicht um ein Randgruppen-Phänomen handelt. Daran gewöhnen darf man sich nicht.

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          Es ist Zufall, dass an dem Tag, an dem das Urteil gegen den früheren Fußball-Nationalspieler Metzelder Rechtskraft erlangte, einer der größten Kinderpornographie-Plattformen der Welt zerschlagen wurde. Vier Männer sind festgenommen worden, doch hatte der Ring im Darknet offenbar 400.000 Mitglieder. Nach deutschem Recht sind das alles Kriminelle, schließlich ist der Besitz von solchem Material strafbar. Nicht nur der Fall Metzelder zeigt, dass es sich bei dieser Form von Kriminalität nicht um ein Phänomen gesellschaftlicher Randgruppen handelt.

          Dem früheren Fußball-Profi hielt das Gericht zugute, dass die umfangreiche Berichterstattung wie eine vorweggenommene Bestrafung gewirkt habe; er dürfte für absehbare Zeit weder seiner beruflichen Tätigkeit nachgehen können noch am öffentlichen Leben teilnehmen. Zudem habe er glaubhaft Reue gezeigt und frühzeitig eine Therapie absolviert.

          Ein perverses globales Geschäft 

          Die vollkommen schutzlosen Opfer sitzen buchstäblich im Dunkeln. Gequält werden sie von vergleichsweise wenigen Tätern. Doch jeder, der solche Bilder herunterlädt und verbreitet, trägt zu einem perversen globalen Geschäft bei. Das Strafrecht, das schon erheblich ausgeweitet wurde, läuft auch hier naturgemäß hinterher.

          Dieses Treiben muss schon früher gestoppt werden, Prävention und Therapie heißen die Stichworte, die freilich Erkenntnis voraussetzen. An diese Verbrechen darf man sich jedenfalls nicht gewöhnen.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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