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Vor Wahl zum CDU-Parteivorsitz : Erste Stimmungsbilder aus den Landes- und Kreisverbänden

Beim Bundesparteitag in Hamburg sind 461 der insgesamt 1001 Delegierten Mitglied der KPV. Allerdings sind viele von ihnen zugleich Mitglieder weiterer Vereinigungen, die sich – wie etwa die Mittelstandsvereinigung – für Merz ausgesprochen haben.

Eine starke Mitte

Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich klar für Kramp-Karrenbauer – seine Amtsvorgängerin – ausgesprochen. Hans sagte der F.A.Z., für Kramp-Karrenbauer als künftige Bundesvorsitzende spreche, „dass sie Wahlen gewinnen kann“.

Er fuhr fort: „Das hat sie im Saarland gegen starken bundespolitischen Gegenwind und auf dem Höhepunkt des ‚Schulz-Hype‘ eindrucksvoll mit 40,7 Prozent bewiesen.“ Kramp-Karrenbauer komme aus der Mitte der Gesellschaft, stehe über den Flügeln in der CDU und könne daher auch zusammenführen. Diese Fähigkeit zum Ausgleich werde für die Zukunft der Volkspartei CDU und für die Mehrheitsfähigkeit bei Wahlen in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft entscheidend sein, so Hans.

Er warnte, die CDU dürfe sich jetzt nicht hart vom Kurs der bisherigen Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel abwenden. „Viele, gerade jüngere Mitglieder und auch Wähler haben ihren Weg zur CDU wegen der pragmatisch unaufgeregten Politik Angela Merkels gefunden.“

Ein erstes Stimmungsbild

Die CDU in Sachsen-Anhalt hat sich auf ihrem Parteitag vor zweieinhalb Wochen als einziger Landesverband dafür entschieden, die Mitglieder zur Merkel-Nachfolge zu befragen. Am Mittwoch stellte der Landesvorsitzende Holger Stahlknecht in Magdeburg das Ergebnis vor: Demnach haben sich 55,8 Prozent für Friedrich Merz als künftigen CDU-Bundesvorsitzenden ausgesprochen, 39,5 Prozent für Annegret Kramp-Karrenbauer und 4,7 Prozent für Jens Spahn.

An der Befragung nahmen 2448 der 6476 CDU-Mitglieder in dem ostdeutschen Bundesland teil, das auf dem Parteitag allerdings lediglich 18 der 1001 Delegierten stellt. Stahlknecht bezeichnete das Votum als „Stimmungsbild“, das für die Delegierten nicht bindend sei.

Die Parteibasis wird – nicht auf Ebene der Landesverbände, sondern auf Ebene der Kreisverbände – derzeit auch in anderen Regionen nach ihrer Meinung gefragt, und dort zeigt sich ebenfalls eine teils deutliche Präferenz für Merz. Im ostfriesischen Kreisverband Leer sprachen sich bei einer Mitgliederbefragung 69 Prozent der Teilnehmer für Merz aus, 27,5 Prozent für Kramp-Karrenbauer und lediglich 2,5 Prozent für Spahn.

Im Kreisverband Uelzen sprachen sich laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur auf einem eigens einberufenen Parteitag in einer Stichwahl zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer 77 Prozent für Merz aus.

Die Delegierten aus der Region kündigten an, bei der geheimen Abstimmung auf dem Parteitag diesem Votum zu folgen. Im westniedersächsischen Kreisverband Diepholz stimmten bei einer Mitgliederversammlung 59,6 Prozent für Merz, 36,2 Prozent für Kramp-Karrenbauer und 4,3 Prozent für Jens Spahn. Auch hier kündigten die drei Delegierten des Kreisverbands an, sich an das Votum zu halten.

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