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Sechste CDU-Regionalkonferenz : Zweikampf am Rhein

  • -Aktualisiert am

Auch, wenn es für alle Beteiligten schwer zu erkennen ist: Friedrich Merz durfte als erster seine Vorstellungsrede halten. Bild: dpa

Bei der bisher größten CDU-Regionalkonferenz können Friedrich Merz und Jens Spahn keinen Heimvorteil ausspielen. Und Annegret Kramp-Karrenbauer setzt auf ihre übliche Rhetorik. Zwei Favoriten gibt es dennoch.

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          Mitten im Herbst erlebt die CDU derzeit einen Frühling. Seit Angela Merkel mitteilte, dass sie beim Hamburger Parteitag nicht abermals für den Bundesvorsitz kandieren werde, wird in der von Spöttern gerne als Kanzlerwahlverein beschriebenen CDU mit Lust und großer Leidenschaft diskutiert. Mehrere tausend Mitglieder haben die fünf bisherigen Regionalkonferenzen besucht, bei denen sich Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn der Basis präsentieren. Am Mittwochabend sind die drei aussichtsreichsten Anwärter auf die Merkel-Nachfolge in Düsseldorf zu Gast. Diese sechste ist die größte der insgesamt acht Regionalkonferenzen in ganz Deutschland. So groß war das Interesse, dass die CDU vor einigen Tagen noch einmal umdisponieren und die Veranstaltung in eine große Halle der Düsseldorfer Messe verlegen musste. „Das hat es in 70 Jahren CDU noch nicht gegeben – dass sich gleich drei Kandidaten um den Vorsitz bemühen“, lobt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet in seinem Grußwort. „Das hat der CDU gut getan. Das kann man auch am heutigen Abend sehen“, ruft er in den Applaus seiner 4000 Parteifreunde.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Für das Kandidatentrio ist Düsseldorf eine besonders wichtige Station auf der Bewerbungstour durch Deutschland. Denn rund ein Drittel der 1001 Delegierten, die kommende Woche beim CDU-Bundesparteitag in Hamburg den neuen Bundesvorsitzenden oder die neue Bundesvorsitzende wählen, kommt aus Nordrhein-Westfalen. Allein schon, weil mit Friedrich Merz und Jens Spahn zwei der drei aussichtsreichen Kandidaten aus Nordrhein-Westfalen stammen, hat der Landesvorstand der CDU keine Empfehlung abgegeben. Hinzu kommt: Anders als etwa in der baden-württembergischen CDU, wo sie eine Mehrheit für den Polit-Rückkehrer Merz abzeichnet, ist das Meinungsbild im größten Landesverband weiter gestreut. Während sich die Basis für Merz begeistert, scheinen die Funktionäre, also das mittlere Management der Partei, das auch einen großen Teil der Delegierten in Hamburg stellen wird, eher zu Kramp-Karrenbauer zu tendieren.

          Den meisten Applaus bekommt aber auch in Düsseldorf zunächst Merz, der nach dem Losentscheid als erster reden darf. Anders als am Dienstagabend in Böblingen spricht der Wirtschaftsliberale nicht über Themen wie Steuer, Abschaffung des Soli oder kalte Progression. Ins Zentrum seiner etwas mehr als zwölfminütigen Vorstellungsrede stellt er das Versprechen, die Zukunft der CDU als Volkspartei der Mitte, die wieder 40 Prozent bei Wahlen gewinnt. Wie genau Merz das bewerkstelligen will, wird allerdings bestenfalls in Umrissen deutlich. Das Publikum stört das nicht. Denn Merz spricht mit viel Verve und Leidenschaft. Auch dann, als er beklagt, in den vergangenen Jahren sei in der Partei nicht mehr offen debattiert worden. „Ja, wir müssen auch wieder in der Lage sein, große Diskussionen zu führen, auszuhalten und sie nicht gleich in Personaldebatten umzumünzen.“

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