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Merkel auf dem CDU-Parteitag : „Es war mir eine Ehre“

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Angela Merkel am Freitag in Hamburg Bild: AFP

In ihrer letzten Rede als CDU-Parteivorsitzende appelliert Merkel an Einigkeit, erinnert an Erfolge und ruft christdemokratische Werte in Erinnerung. Merkel gibt aber auch zu: Sie habe es ihrer Partei nicht immer leicht gemacht.

          Kanzlerin Angela Merkel hat die CDU in ihrer Abschiedsrede als Parteivorsitzende mit beschwörenden Worten zur Einigkeit aufgerufen. „Wohin uns nicht enden wollender Streit führt, dass haben CDU und CSU in den letzten Jahren bitter erfahren“, sagte Merkel am Freitag auf dem CDU-Parteitag in Hamburg in ihrer letzten Rede nach 18 Jahren als Parteichefin. Wohin dagegen Einigkeit die Christdemokraten führe, sei auch klar: In den 70 Jahren der Bundesrepublik hätten CDU oder CSU in 50 den Bundeskanzler gestellt.

          Merkel appellierte in ihrer Rede außerdem an christdemokratische Werte, die die CDU nicht vergessen sollte: „Wir grenzen uns ab, aber niemals grenzen wir aus. Wir streiten, aber niemals hetzen wir oder machen andere Menschen nieder. Wir dienen den Menschen unseres Landes.“ Die CDU sei 2018 eine andere als 2000, als sie sich um den Parteivorsitz bewarb, „und das ist gut so.“

          Sie erinnerte an die Erfolge der CDU in den 18 Jahren mit ihr als Parteivorsitzende, etwa die Reform der Bundeswehr, die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und das EU-Türkei-Abkommen. Sie bekannte sich zur schwarzen Null im Bundeshaushalt und zu den Hartz-Reformen.

          Aber auch aktuelle Erfolge der CDU rief sie in Erinnerung, etwa die Wahlen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und nicht zuletzt im Saarland. Die dafür verantwortliche Annegret Kramp-Karrenbauer steht heute zur Wahl um Merkels Nachfolge.

          Ein besonderes Augenmerk legte die Bundeskanzerlin auf die Wiedervereinigung und sprach sowohl dem kürzlich verstorbenen George H.W. Bush als auch Helmut Kohl ihre Dankbarkeit aus.

          Sie habe es ihrer Partei nicht immer einfach gemacht, gab Angela Merkel zu und bezog sich damit auf ihren eher zurückhaltenden Führungsstil der Partei. Wo die Partei einen scharfen und deftigen Angriff gegen den politischen Gegner erwartet habe, habe sie lieber mit dem Florett gekämpft, habe sie auch geschwiegen und sei nicht über jedes Stöckchen gesprungen.

          Immer habe sie sich mit „Fröhlichkeit im Herzen“ an ihre Arbeit gemacht – das wünsche sie auch ihrer Partei, sagte Merkel. „Jetzt ist es an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Es war mir eine große Freude, es war mir eine Ehre.“ Mit diesen Worten beendete Angela Merkel sichtlich gerührt ihre Abschiedsrede. Minutenlang hielt der Applaus an, es wurden Schilder mit der Aufschrift „Danke Chefin“ geschwenkt. Mehrmals kehrte Merkel winkend auf die Bühne zurück. Sie hatte zuvor betont, sie habe sich immer vorgenommen gehabt, ihre staatspolitischen Ämter in Würde zu tragen und in Würde zu verlassen.

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