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Neue Vorsitzende der CDU : Kramp-Karrenbauer gewinnt die Stichwahl

  • Aktualisiert am

Annegret Kramp-Karrenbauer. Bild: EPA

Die Delegierten auf dem CDU-Parteitag haben es spannend gemacht: Nach dem ersten Wahlgang gab es keinen eindeutigen Sieger. In der Stichwahl konnte sich nun Annegret Kramp-Karrenbauer mit knapp 52 Prozent der Stimmen durchsetzen.

          Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Vorsitzende der CDU. Sie hat die Stichwahl mit 517 Stimmen, also knapp 52 Prozent, gewonnen. Auf Friedrich Merz sind 482 Stimmen entfallen, knapp 48 Prozent der Stimmen. Nötig war eine Mehrheit von 500 Stimmen. Kramp-Karrenbauer folgt damit auf Angela Merkel, die nach 18 Jahren den Posten als CDU-Vorsitzende abgab.

          Im ersten Wahlgang erhielt Kramp-Karrenbauer 45 Prozent der Stimmen, Friedrich Merz 39,2 und Jens Spahn 15,7. Damit hat keiner der drei Kandidaten die Wahl im ersten Wahlgang für sich entscheiden können. Spahn war damit ausgeschieden.

          Die drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz, Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn hatten zuvor mit unterschiedlichen Profilen für ihre Wahl geworben. Der frühere Fraktionschef Merz forderte einen Aufbruch in der CDU und eine stärkere Auseinandersetzung mit der AfD. „Wir überlassen den Osten des Landes nicht den Populisten von links und rechts“, sagte er.

          Merz forderte aber vor allem eine offensivere Auseinandersetzung mit SPD, Grünen und FDP. Die Auseinandersetzung müsse wieder in die politische Mitte zurückgeholt werden, die Zeit der sogenannten „asymmetrischen Demobilisierung“ sei vorbei. „Ohne klare Positionen bekommen wir keine besseren Wahlergebnisse“, warnte Merz, der Kanzlerin Angela Merkel Loyalität bei der Zusammenarbeit versprach.

          „Wir sind so etwas wie das letzte Einhorn in Europa“

          Kramp-Karrenbauer warb dagegen mit ihren mehr als 18 Jahren Regierungserfahrung und dass sie bereits Wahlen mit über 40 Prozent gewonnen habe. Zudem betonte sie, dass es einfach sei, scharfe Parolen gegen den politischen Gegner zu entwickeln – aber dies reiche nicht. Die CDU müsse eigene Positionen entwickeln und dürfe sich nicht von den Parteien der politischen Ränder treiben lassen. Entscheidend sei, dass der Staat bestehende Gesetze auch strikt umsetze.

          Will CDU-Vorsitzender werden: Jens Spahn

          „Wir sind kein politischer Gemischtwarenladen“, warnte sie. „Wir sind so etwas wie das letzte Einhorn in Europa – die letzte große existierende Volkspartei“, sagte sie mit Blick auf Niederlagen anderer christdemokratischer Parteien in anderen EU-Staaten.

          Jens Spahn will sich im Falle seiner Wahl um mehr junge Mitglieder bemühen. Zurzeit gebe es mehr Mitglieder, die älter als 75 Jahre seien als solche unter 40. Wenn man die Zukunft dieses Landes gestalten wolle, würden mehr Jüngere gebraucht. Die CDU müsse zudem debattierfreudiger werden. Die Wahl des neuen Parteivorsitzenden müsse dafür ein Startpunkt sein.

          Merz fordert „Agenda für die Fleißigen“

          Spahn sagte, er wolle kein „Weiter So“ und „kein Zurück in die Vergangenheit“. Notwendig sei eine Vision für die Zukunft. „Ich will, dass wir unsere Freiheit verteidigen, gegen alle Feinde der Freiheit heute und in Zukunft jeden Tag.“ Er selbst laufe nicht weg, wenn es eng werde und er sei auch bereit gegen den Strom zu schwimmen. Die CDU müsse unterschiedliche Positionen aushalten.

          Sowohl Kramp-Karrenbauer als auch Merz forderten eine Entbürokratisierung und Zurückhaltung des Staates. „Wenn wir Mut haben, dann lösen wir die Bremsen für die im Land, die etwas tun wollen“, sagte die ehemalige saarländische Ministerpräsidentin. Merz forderte eine „Agenda für die Fleißigen“.

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