https://www.faz.net/-gpf-9hs9a

Erste Präsidiumssitzung : CDU-Führung bemüht sich weiter um Merz

Friedrich Merz Anfang Dezember beim CDU-Parteitag in Hamburg Bild: EPA

Bei der ersten CDU-Präsidiumssitzung nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauers geht es auch um den Unterlegenen: Friedrich Merz solle „sichtbar“ bleiben in der Partei, wird sich gewünscht. Und die neue Parteichefin macht eine Ankündigung.

          Das CDU-Präsidium hat in seiner ersten Sitzung seit der Wahl Annegret Kramp-Karrenbauers zur Parteivorsitzenden eine Bilanz des Wechsels an der Parteispitze gezogen. Es hieß, Berichte aus den einzelnen CDU–Landesverbänden zeigten, dass es bislang nicht zu einer größeren Zahl von Austritten gekommen sei – dies war nach der Niederlage des unterlegenen Konkurrenten im Kampf um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, befürchtet worden.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Präsidiumsmitglieder teilten in der Sitzung mit, es seien ja durch den Prozess des Kandidaten-Wettbewerbs, durch die ausführliche Personaldebatte und die Präsentation der Kandidaten auf zahlreichen Regionalkonferenzen auch Eintritte in die CDU verzeichnet worden.

          Die neue Parteivorsitzende berichtete im Präsidium dem Vernehmen nach nur kursorisch über ihr Gespräch mit Merz am vergangenen Donnerstag; über den Inhalt hätten beide Vertraulichkeit vereinbart. Kramp-Karrenbauer kündigte an, es werde im Januar ein weiteres Treffen mit Merz geben. Sie gab an, die Partei könne darauf vertrauen, dass es eine zufriedenstellende Lösung für die weitere Einbindung Merz’ in der CDU geben werde.

          Laschet: Merz soll sichtbar bleiben

          Vor Beginn der Präsidiumssitzung hatten sich in Berlin zahlreiche Präsidiumsmitglieder für eine Präsenz des einstigen Unionsfraktionschefs Merz ausgesprochen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sagte, es sei wichtig, „dass die Gedanken, die Ideen, die Friedrich Merz vorgetragen hat, in der Programmatik der CDU stattfinden“. Er wünsche sich, „dass er sichtbar bleibt“, sagte Laschet.

          Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, es sei wichtig, dass die CDU nun einen „gemeinsamen Willen“ zeige, „dieses Land voranzubringen“. Dazu sei es wichtig, auch in der „tagtäglichen Arbeit zusammenzuarbeiten“.

          Das Präsidium bereitete auch die nächste Klausurtagung des CDU-Vorstands vor, die zu Beginn der dritten Januarwoche in Potsdam stattfinden soll. Auf dem Treffen will sich die erweiterte CDU-Führung unter anderem mit dem bevorstehenden Europawahlkampf und mit den Wahlen in den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Sachsen und Thüringen befassen.

          Mehr ostdeutsche Kompetenz

          Um die ostdeutsche Kompetenz im CDU-Präsidium zu stärken, war auf dem Hamburger Parteitag neben dem sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer auch der thüringische CDU-Landesvorsitzende Mike Mohring in die Parteispitze gewählt worden.

          Die bisherige CDU-Vorsitzende, Bundeskanzlerin Angela Merkel, gehört der Präsidiumsrunde weiter als kooptiertes Mitglied qua Amt an. Mohring lobte die neue CDU-Vorsitzende für ihre Bemühungen, Merz und den weiteren unterlegenen Konkurrenten im Kampf um den Parteivorsitz, Jens Spahn, weiterhin sichtbar in die Führungsmannschaft der Partei zu integrieren. Alle könnten dabei helfen, „den gesamten Erfolg“ bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland im kommenden Jahr zu erreichen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sowohl Trump als auch Johnson winken mit ihrem zerstörerischen Potential. Nur schätzen sie ihre Position falsch ein.

          Schwäche der EU? : Boris Trump

          Sowohl Trump als auch Johnson verschätzen sich: Man kann aus den Wechselbeziehungen der globalisierten Welt nicht in Trotzecken fliehen und dabei nachhaltige Gewinne machen. Europa ist da in einer stärkeren Position.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.