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AfD gegen Merz : Angriff mit Ansage

„Offen nationalsozialistisch“: Für Friedrich Merz – hier bei einem Auftritt in Arnsberg – ist mit der AfD kein Staat zu machen. Bild: EPA

Friedrich Merz galt für AfD-Chef Gauland schon als möglicher Partner. Nun nennt der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz dessen Partei „offen nationalsozialistisch.“ Die Rechtspopulisten blasen zum Angriff.

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          Sieht so enttäuschte Liebe aus? Es ist erst ein paar Tage her, da klang der AfD-Parteivorsitzende Alexander Gauland mit Blick auf Friedrich Merz noch ganz optimistisch. Sollte der Politikrückkehrer Anfang Dezember an die Spitze der CDU gewählt werden, sei „langfristig auch einmal eine Zusammenarbeit mit der AfD möglich“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview.

          Traumpartner oder Totengräber? Im 63 Jahre alten Sauerländer hatte Gauland wohl beide Rollen für seine rechtspopulistische Partei entdeckt. Der einstige Vorkämpfer für eine „deutsche Leitkultur“ spricht Themen an, die auch den Rechtspopulisten am Herzen liegen. Mit ihm als Partner wäre vieles möglich. Als Gegner hingegen könnte er der AfD gefährlich werden. Seit diesem Montag ist klar, für welche Rolle sich Merz entschieden hat. In einem Interview mit dem Radiosender WDR 5 ging der Kandidat für den CDU-Parteivorsitz auf größtmögliche Distanz zur AfD. Merz schloss nicht nur eine Koalition mit den Rechtspopulisten „absolut und vollkommen“ aus. Er bezeichnete das Verhalten der Rechtspopulisten auch als „offen nationalsozialistisch.“

          Auf einem schäbigen Niveau?

          Gaulands Ko-Vorsitzender Jörg Meuthen reagierte empört. Die Aussage sei eine „ungeheuerliche Entgleisung“, teilte er in einer schriftlichen Erklärung der AfD-Pressestelle mit. Die AfD könne von der CDU dasselbe behaupten. Merz habe sich mit seinen Worten auf ein „schäbiges Niveau“ begeben.

          Unvorbereitet trifft die AfD die kalte Schulter von Friedrich Merz offenkundig nicht. Im Gegenteil scheint sich die Bundestagsfraktion schon auf den Fall vorbereitet zu haben, dass ihnen der konservative CDU-Kandidat die kalte Schulter zeigt. Noch während das Interview von Friedrich Merz am Montagmorgen auf WDR 5 ausgestrahlt wurde, verschickte die AfD-Bundestagsfraktion ein Dossier mit dem Titel „Argumentationspapier Friedrich Merz“ an ihre Abgeordneten.

          In der E-Mail mit dem Papier, die FAZ.NET vorliegt, heißt es, trotz seines hohen Bekanntheitsgrades biete Merz „zahlreiche Angriffspunkte“ für die AfD. Systematisch werden in dem sechs Seiten umfassenden Dossier potentielle Schwachstellen abgeklopft. Dabei widmen sich die Rechtspopulisten seinem Verhältnis zur Union ebenso wie zu Europa sowie zur Wirtschaftspolitik und Finanzwelt.

          So bleibe Merz etwa mit seinen Großthemen Migration, Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung „im Merkel-Gleis“ stecken. Sein Ziel, die Union zu modernisieren und verjüngen, klinge nach „schwarz-grüner Anbiederung.“ Ihn leite sein Interesse als „bestens aufgestellter Lobbyist der Finanzindustrie“, und weniger europäischer Idealismus. Sein Einsatz für mehr Aktionäre belege, dass er offenkundig in „abgehobene Sphären“ schwebe. Bei früheren Positionen, die der AfD am nächsten kommen, wird in Zweifel gezogen, ob er sie noch vertritt.  Die Stoßrichtung des Papiers, wird am Ende noch einmal zusammengefasst. Der CDU-Politiker soll „koordiniert“, und „schrittweise“ inhaltlich angegriffen werden, um bei den Wählern ein „unwohles Bauchgefühl“ zu erzeugen und „seinen Neustart auf der Basis von Fakten endgültig unglaubwürdig zu machen.“

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