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Merkel und Seehofer : Was wir schaffen müssen

Der Satz der Kanzlerin „Wir schaffen das“ ist als Aufmunterung richtig, war aber falsch als Einladung an alle Welt, nach Deutschland zu kommen.

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          Will Horst Seehofer in Bayern oder gar im Bund antreten mit dem Slogan „Wir schaffen das nicht“? Das wäre zwar nicht anmaßend, aber dämlich. Der Satz der Kanzlerin „Wir schaffen das“ war in Verbindung mit „Es gibt keine Obergrenze“ falsch, weil er als Einladung an alle Welt verstanden werden konnte, sich auf nach Deutschland zu machen. Als Aufmunterung in schwieriger Zeit aber, als innenpolitische Motivation ist das Motto der ansonsten pathosfernen Kanzlerin weiterhin wichtig. Es spielt nicht den Terror herunter, sondern macht klar, wer über ihn siegen wird.

          Nicht nur erlaubt, sondern geboten ist aber weiterhin Kritik an der nicht mehr humanitären, sondern gefährlichen Politik der offenen Grenzen. Angela Merkel hat das früh zu spüren bekommen. Sie hat auch gegengesteuert; von einem „Fehler“ sprach sie allerdings nur, nachdem sie im Gespräch mit dem türkischen Präsidenten gesagt hatte, das Schmähgedicht Böhmermanns über Erdogan sei „bewusst verletzend“ gewesen. Nun, es gibt Schlimmeres. Hauptsache, die wirkliche Politik stimmt.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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