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Merkel und die CSU : Zur Orientierung

Merkel und Seehofer in Wildbad Kreuth Bild: dpa

Sollte Angela Merkel Seehofers Orientierungshinweise zur Flüchtlingspolitik ignorieren, könnte ihr in der CSU auch „good cop“ Gerda Hasselfeldt nicht mehr helfen.

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          Auch ein Besuch bei der CSU-Landesgruppe in Kreuth ist für die Kanzlerin keine „gmahde Wiesn“, wie man in Bayern sagt, wenn etwas gar kein Problem mehr ist. Doch haben die im Bundestag sitzenden CSU-Deputierten in aller Regel mehr Verständnis für die Politik der Bundesregierung als die im Maximilianeum. Und noch nie neigten die Landesgruppenvorsitzenden dazu, sich als Befehlsempfänger des Parteivorsitzenden zu verstehen.

          In Gerda Hasselfeldt hat Merkel eher eine Verbündete als eine Gegnerin. Doch auch für die CSU-Bundestagsabgeordneten ist eine Kanzlerin nur dann eine gute, wenn sie ihnen ihre Mandate erhält. Auch sie bekommen in ihren Wahlkreisen zu spüren, wie unzufrieden die Leute mit Merkels Flüchtlingspolitik sind. Hasselfeldt spielt mit der Erklärung, bei Seehofers Obergrenze von 200.000 handele es sich um eine „Orientierungsgröße“, den „good cop“ der CSU.

          Dass Seehofer ihr beipflichtet, heißt freilich nicht, dass Merkel sich nicht an dieser Zahl orientieren sollte. Ignorierte sie diese Orientierungshinweise, dann könnte ihr in der CSU auch Hasselfeldt nicht mehr helfen.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

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