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Nachfolge von Olaf Scholz : Die Hamburger SPD hat eine neue Vorsitzende

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Melanie Leonhard (40) führt ab sofort den SPD-Landesverband Hamburg. Bild: EPA

Sie ist die neue Frau an der Spitze des Sozialdemokraten der Hansestadt: Sozialsenatorin Melanie Leonhard. Ein Team bilden soll sie mit Hamburgs designierten Bürgermeister Peter Tschentscher.

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          Ein Parteitag der Hamburger SPD hat Sozialsenatorin Melanie Leonhard am Sonnabend zur neuen Landesvorsitzenden gewählt. Sie erhielt 317 der 335 gültigen Stimmen und damit eine Zustimmung von 94,6 Prozent. Die 40 Jahre alte Politikerin ist in diesem Amt Nachfolgerin des Hamburger ehemaligen Bürgermeisters Olaf Scholz, der als Bundesfinanzminister und Vizekanzler nach Berlin wechselte. Die promovierte Historikerin war zuvor schon stellvertretende Landesvorsitzende.

          Melanie Leonhard war 2011 erstmals in die Bürgerschaft eingezogen, machte sich als familienpolitische SPD-Fraktionssprecherin und als SPD-Obfrau im Untersuchungsausschuss zum Fall Yagmur einen Namen. Ihr Vorgänger Scholz nannte die verheiratete Mutter eines kleinen Sohnes bei ihrer Amtseinführung 2015 als Sozialsenatorin eine „unglaublich engagierte und kompetente Fachpolitikerin“ und bezeichnete sie auf dem Parteitag als „eine sehr coole Frau“.

          Seit 1906 – so weit reichen die Aufzeichnungen nach Angaben eines Parteisprechers zurück – gab es erst einmal eine Frau an der Spitze der Hamburger SPD: Traute Müller war von 1988 bis 1991 Chefin der Sozialdemokraten in der Hansestadt.

          Ein Team bilden soll Leonhard mit Peter Tschentscher. Er wurde auf dem Parteitag zum neuen Bürgermeister nominiert. Dafür erhielt der 52 Jahre alte bisherige Finanzsenator der Stadt bei dem Parteitag am Samstag 337 von 354 Stimmen. Das ist eine Zustimmung von 95,2 Prozent. Der 52-Jährige soll am Mittwoch in der Bürgerschaft gewählt werden, die dort benötigte absolute Mehrheit gilt als sicher. „Die besten Tage Hamburgs liegen vor uns“, sagte Tschentscher in seiner Bewerbungsrede vor den Delegierten.

          Das Amt des Bürgermeisters muss neu besetzt werden, weil der bisherige Amtsinhaber und Landesvorsitzende Olaf Scholz (SPD) von Hamburg nach Berlin gewechselt ist. In der Hauptstadt ist er Bundesfinanzminister und Vizekanzler der großen Koalition.

          Tschentscher, ein gebürtiger Bremer, startete seine politische Karriere 1991, zunächst als Mitglieder der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. Nach dem Machtwechsel 2011 wurde er im SPD-Senat Finanzsenator. Der promovierte Mediziner ist den Hamburgern deshalb bislang eher als Mann der Zahlen bekannt. Die Nachricht, dass er der neue Bürgermeister werden soll, kam für viele überraschend.

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