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Meinungsforscher : Für die SPD wird es schwer

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Die Demoskopen sehen Schwarz vorn. Die SPD wird es schwer haben, das Ruder noch herumzureißen.

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          Die Siegchancen für die SPD bei der Bundestagswahl schwinden aus der Sicht führender Meinungsforscher zusehends. Nach einer neuen Emnid-Umfrage wird erstmals auch die Arbeit von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) besser bewertet als die von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Allerdings werden der SPD noch erhebliche Mobilisierungsreserven eingeräumt.

          Für Elisabeth Noelle-Neumann vom Institut für Demoskopie in Allensbach ist die Wahl bereits „klar gelaufen“. Sie spricht von einer Wechselstimmung von Schröder zu Stoiber. Diese werde sich noch verstärken, fügte sie hinzu. Der Chef des Meinungsforschungsinstitutes Emnid, Klaus-Peter Schöppner, sagte: „Ich wüsste nicht, wie es Gerhard Schröder noch reißen will.“ Bei den Wählern habe sich der Eindruck verfestigt: „Die können's nicht.“ Der Politikwissenschaftler Peter Lösche hält die Wahl „zu 95 Prozent für gelaufen.“ Lösche sagte: „Es müsste schon ein mittleres Wunder passieren, damit die Stimmung noch einmal zugunsten der SPD umschlägt.“

          Forsa: SPD hat noch Mobilisierungspotenzial

          Etwas mehr Hoffnung machte der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, der SPD. Zwar werde es für die Sozialdemokraten „von Tag zu Tag schwerer“, räumte Güllner ein. Rund 30 Prozent der Wähler seien aber noch unentschieden, „die meisten davon frühere SPD-Wähler“. Diese müsse die SPD nun mobilisieren. In der Emnid-Befragung gaben zwölf Prozent der Wähler anderer Parteien an, sich möglicherweise doch noch für die SPD zu entscheiden. Die Union könnte dagegen nur noch vier Prozent der Wähler anderer Parteien gewinnen. Das Potenzial der SPD liege mit 47 Prozent über dem der Union mit 44 Prozent.

          In der so genannten Sonntagsfrage führt die Union laut Emnid aber mit 40 zu 35 Prozent vor der SPD. Die Liberalen könnten mit 9 Prozent, die Grünen mit 7 Prozent rechnen. Das ZDF-Politbarometer hatte am Freitag sogar wieder eine parlamentarische Mehrheit von 50 Prozent für Schwarz-Gelb ergeben. Einer weiteren Dimap-Umfrage zufolge hat Schröder aus der Entlassung von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) kein politisches Kapital schlagen können. 35 Prozent glauben, der Rauswurf wirke sich eher günstig auf die Wahlchancen der SPD aus, 42 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt.

          Stoiber mit besseren Werten

          Zur Arbeit von Schröder äußerten sich laut Emnid nur noch 54 Prozent zustimmend. Damit liegt der Kanzler auf Rang 7 der Politikerskala. CSU-Chef Stoiber zog mit 56 Prozent an Schröder vorbei auf Rang 5. Angeführt wird die Liste von Außenminister Joschka Fischer (Grüne) mit 81 Prozent. Vor Schröder liegen auch CDU-Chefin Angela Merkel, ihr Vorgänger Wolfgang Schäuble (CDU), Unions-Schattenwirtschaftsminister Lothar Späth (CDU) und Innenminister Otto Schily (SPD).

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