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Mazedonien : Nato bleibt gelassen

  • Aktualisiert am

Der Druck auf die Nato steigt, in Mazedonien einzugreifen. Aber das Bündnis hält sich zurück.

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          Der öffentliche Druck auf die Nato steigt, nach ihrem zunächst erfolgreichen Eingreifen im Kosovo nun auch die Schießereien in Nordmazedonien zu beenden.

          Doch im Hauptquartier des Bündnisses in Brüssel gaben am Donnerstag Beamte mit ruhiger Miene ihre Standardantwort: „Nein, ein militärisches Eingreifen ist nicht geplant. Es gibt keine Anfrage von der Regierung in Skopje.“ Die Nato will sich darauf beschränken, im Kosovo die von ihr geführte internationale Friedenstruppe Kfor zu verstärken und diese an der Grenze zu Mazedonien patrouillieren zu lassen. „Wenn es Ärger in Mazedonien gibt, gibt es auch Ärger im Kosovo“, meint ein Nato- Beamter lakonisch.

          Nato und EU sind sich einig

          Die Allianz und die Europäische Union sind sich einig. Sie wollen vor allem politischen Druck ausüben, um die albanischen Rebellen zu isolieren. Dass sie eine gemeinsame Linie vertreten, demonstrierten die so unterschiedlichen Organisationen zu Wochenbeginn mit einem ersten Besuch von Nato-Generalsekretär George Robertson bei den EU-Außenministern.

          Der mit Abstand größte Nato-Partner, die Vereinigten Staaten, zeigen nicht viel Neigung, sich auf dem Balkan stärker einzusetzen. Eher im Gegenteil: Der amerikanische Anteil an der Friedenstruppe Sfor in Bosnien soll verringert werden. Der russische Präsident Wladimir Putin schloss hingegen Kampfeinsätze der internationalen Gemeinschaft nicht aus, um die albanischen Rebellen in Mazedonien zu stoppen.

          Demonstrative Gelassenheit

          Vorschläge, wonach der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen das Kfor-Mandat auf Mazedonien ausweiten solle, verhallten bisher. Der Sicherheitsrat forderte hingegen die Nato auf, terroristischer Gewaltakte durch albanische Rebellen in Mazedonien einzudämmen. „Wir haben kein Problem mit der Resolution an sich“, heißt es mit demonstrativer Gelassenheit bei der Nato. „Wir werden gefragt, mehr zu tun. Wir machen mehr.“

          Im Nato-Hauptquartier werden die Fachleute nicht müde, die Unterschiede zum Kosovo-Krieg vor zwei Jahren aufzuzählen. „Das Problem lässt sich nicht mit militärischen Mitteln lösen“, meint ein Fachmann. Der Konflikt sei vergleichsweise klein. Auch wolle die Regierung in Skopje keine Hilfe von außen. Die mazedonische Regierung wolle vielmehr die Rebellen mit eigenen Kräften bekämpfen. Diese gehen nach Einschätzung der Brüsseler Militärs nach der Guerilla-Taktik vor und „sind überall und nirgendwo“.

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