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Mazedonien : Léotard soll Solana unterstützen

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Für Frieden in Skopje: Francois Léotard Bild: dpa

Frankreichs ehemaliger Verteidigungsminister Léotard wird EU-Sonderbeauftragter in der mazedonischen Hauptstadt Skopje.

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          Die Europäische Union will ihr Engagement für eine Friedenslösung in Mazedonien mit einem Sonderbeauftragten verstärken. Der frühere französische Verteidigungsminister Francois Léotard soll drei bis vier Monate in Skopje bleiben, teilte der französische Außenminister Hubert Vedrine am Montag in Luxemburg beim Treffen der EU-Außenminister mit.

          Léotard (59), der dem EU-Beauftragten für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, unterstellt ist, sollte Mazedonien politische Anregungen und Schwung geben, hieß es. Solana reist bereits seit Monaten jede Woche in die mazedonische Hauptstadt.

          EU warnt vor Bürgerkrieg

          Erstmals warnte die EU vor dem Risiko eines Bürgerkrieges in Mazedonien. Die Außenminister riefen die politischen Vertreter der Regierungsparteien und der Albaner-Rebellen auf, schnell und entschlossen „weitere Gewalt und das Risiko eines Bürgerkrieges zu verhindern“. „Wir sehen eine sehr dramatische Situation in Mazedonien“, sagte die schwedische Außenministerin und amtierende EU-Ratsvorsitzende Anna Lindh. „Wir sind ausgesprochen besorgt.“

          Die EU fordert eine Ausdehnung des Waffenstillstandes auf das ganze Land und keine weitere Bewaffnung. Weitere mögliche Unterstützung der EU für das krisengeschüttelte Land sei von Ergebnisses beim politischen Dialog zwischen den Volksgruppen - den slawischen Mazedoniern und den albanischen Separatischen - abhängig, erklärten die Minister. Der Dialog müsse wieder aufgenommen werden und zu schnellen Ergebnissen führen, hieß es in einem Kommuniqué der Minister. „Die Ergebnisse werden die weitere Entwicklung der EU-Beziehungen zur ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien und die Aussicht auf weitere Hilfen bestimmen.“ Eine militärische Lösung für die Krise gebe es nicht.

          Entgegen erster Erwartung kam der mazedonische Ministerpräsident Ljupco Georgijevski nicht nach Luxemburg. „Das ist ein Zeichen dafür, dass die Situation in Mazedonien schwierig ist“, sagte Solana.

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