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Mazedonien : Gespannte Ruhe nach Sturm auf Parlament

  • Aktualisiert am

Demonstranten vor dem Parlament in Skopje Bild: dpa

Demonstranten haben das Parlament in Skopje gestürmt, nachdem Einheiten der rebellierenden UCK aus dem besetzten Aracinovo abgezogen.

          1 Min.

          In der mazedonischen Hauptstadt Skopje herrschte am Dienstagmorgen gespannte Ruhe. Erboste Demonstranten hatten am Montagabend das Parlament in der mazedonischen Hauptstadt Skopje gestürmt. Rund 15.000 Menschen waren aus Protest gegen den ungehinderten Abzug von Kämpfern der albanischen Nationalen Befreiungsarmee (UCK) aus dem umkämpften Ort Aracinovo auf die Straße gegangen.

          Gegen Mitternacht sank die Zahl der Protestierer auf etwa 10.000. Gegen ein Uhr waren es nur noch 500 Menschen. Etwa zu selben Zeit, als der Rückzug der Albaner begann, waren bei einem Rebellen-Angriff auf einen Polizeiposten in der nordwestlichen Gebirgsregion Popova Sapka nahe Tetovo ein mazedonischer Polizist getötet und vier seiner Kollegen verletzt worden.

          Proteste nahe Kumanovo

          Unterdessen blockierten am frühen Dienstagmorgen weiter Tausende von Zivilisten in einer Ortschaft nahe Kumanovo einen Konvoi albanischer Rebellen. Dies teilte die Polizei im 40 Kilometer entfernten Skopje mit. Der Konvoi werde von Soldaten der Kosovo-Friedenstruppe Kfor begleitet.

          Die Rebellen waren einen Tag nach der Verkündung der Waffenruhe für das rund 15 Kilometer nördlich von Skopje gelegene Aracinovo aus ihrer umkämpften Hochburg in Richtung Norden abgerückt. Nato-Vermittler hatten den Abzug der Rebellen ausgehandelt. Die Freischärler konnten ihre Waffen mitnehmen. Dies war Hauptforderung der UCK.

          UCK wartet auf die Nato

          Rebellenkommandant Hoxha sagte, die Kämpfer hätten die Weisung zum Rückzug erhalten. Dass die Rebellen sich ergeben hätten, wie teilweise von Regierungsseite gemeldet, bestritt Hoxha allerdings. Seine Leute würden sich nur in den nahe gelegenen Ort Matajce zurückziehen, um dort auf die Ankunft von Nato-Truppen zu warten.

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