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Mazedonien : Gefechte dauern an

  • Aktualisiert am

Die Gefechte zwischen Regierungstruppen und albanischen Extremisten bei Tetovo dauern an.

          2 Min.

          In Mazedonien haben sich Regierungstruppen und albanische Freischärler in der Nacht zum Montag wieder heftige Gefechte geliefert. Auch ein nächtliches Ausgehverbot, das erstmals am Sonntagabend in Kraft trat, trug nicht zur Entspannung der Lage bei. Die mazedonische Armee beschoss insbesondere die nördlich der Stadt Tetovo gelegenen Gebiete.

          Nach Einschätzung von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) ist das Risiko für die in Mazedonien stationierten Bundeswehr-Soldaten im Augenblick „beherrschbar“. Die Stimmung unter den Soldaten sei von gespannter Aufmerksamkeit gekennzeichnet, aber ohne jede Aufregung, sagte Scharping am Montag. Nach seinen Worten gibt es derzeit keine Pläne, die deutschen Soldaten aus Tetovo abzuziehen.

          Mit der Verlegung von Soldaten aus Tetovo heraus in ein „völlig sicheres Umfeld“ und dem Auffahren deutscher Panzer sei demonstriert worden, dass die Bundeswehr fähig und entschlossen sei, die Sicherheit ihrer Leute zu gewährleisten, betonte der Verteidigungsminister. Allerdings werde schon seit längerem über Alternativen für den Versorgungsweg über Mazedonien nachgedacht.

          Bundeswehrverband: Über Abzug nachdenken

          Nach Ansicht des Bundeswehrverbandes sollten die deutschen Streitkräfte ihre Basis in Tetovo aufgeben, sollte tatsächlich eine Verwicklung in Kampfhandlungen drohen. „Ich gehe davon aus, dass Bundesregierung und militärische Führung alles tun, um Risiken zu minimieren“, sagte Verbandsvorsitzender Bernhard Gertz dem Rundfunksender „F.A.Z. 93.6 Berlin“. Wenn es keine andere Möglichkeit gebe, sollte man darüber nachdenken, die Basis in Tetovo aufzugeben.

          Unter dem Eindruck eines drohenden Krieges in Mazedonien sind die EU-Außenminister am Montag in Brüssel zusammengekommen. Am Morgen führte der mazedonische Außenminister Srdjan Kerim Gespräche mit ranghohen EU-Vertretern. Dabei betonte der Außenpolitische Repräsentant der EU, Javier Solana, die KFOR-Einheiten im Kosovo würden sich weiterhin bemühen, die Grenze zwischen Jugoslawien und Mazedonien zu kontrollieren.

          Putin sieht Verantwortung beim Westen

          Unterdessen hat der russische Präsident Wladimir Putin den Westen indirekt für die Gewalt albanischer Rebellen in Mazedonien verantwortlich gemacht. Leider entwickle sich die Lage in der Region so, wie Moskau vorausgesagt habe, sagte Putin am Montag laut Interfax. „Nachdem man die albanischstämmigen Separatisten mit Waffen ausgerüstet hat, weiß jetzt niemand, was zu tun ist. Die Situation ist außer Kontrolle“, kritisierte der Präsident. Russland hatte dem Westen in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, die albanischen Rebellen im Kosovo bei ihren Unabhängigkeitsbestrebungen zu unterstützen.

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