https://www.faz.net/-gpf-2g7y

Mazedonien : EU setzt auf Diplomatie

  • Aktualisiert am

Die Lage in Tetovo bleibt gespannt Bild:

Die Außenminister der EU lehnen es ab, das Mandat der KFOR auf Mazedonien auszuweiten.

          1 Min.

          Die Europäische Union will einen drohenden Krieg in Mazedonien zunächst ausschließlich mit diplomatischen Mitteln abwenden. Die EU-Außenminister warnten alle beteiligten Parteien am Montag in Brüssel davor, die Grenzen auf dem Balkan mit gewaltsamen Mitteln zu verändern.

          Eine „Entscheidung für Europa heißt Verzicht auf Gewalt“, sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer. Dessen müssten sich besonders die albanischen Rebellen in Mazedonien bewusst sein. Noch am Montag sollte der außenpolitische Koordinator der EU, Javier Solana, nach Mazedonien reisen, um sich für ein Ende der Gewalt einzusetzen. Für eine Ausweitung des KFOR-Mandats auf Mazedonien, wie es die österreichische Außenministerin Ferrero Waldner gefordert hatte, sähen die Minister derzeit keine Notwendigkeit, sagte Fischer. Die Minister wollten das Mandat aber überprüfen, wenn die Notwendigkeit dazu bestehe. Großbritannien strebe zudem eine Resolution zu Mazedonien im Uno-Sicherheitsrat an.

          Schwierige Grenzkontrollen

          Zudem forderte die EU die Nato auf, die Grenzen zwischen dem Kosovo und Mazedonien besser zu kontrollieren. Dies hatte Nato-Generalsekretär George Robertson am Morgen bereits zugesichert. Fischer wies aber darauf hin, dass eine solche Überwachung in dem gebirgigen Gelände sehr schwierig sei. „Man sollte sich da keinen Illusionen hingeben“, sagte der deutsche Außenminister. Zudem wollen die EU-Außenminister, dass die kulturellen Institutionen der Albaner in Mazedonien stärker gefördert werden. Fischer betonte, der politische Druck auf die Albaner müsse erhöht und mit Reformangeboten verbunden werden. Fischer bekräftigte, das Engagement auf dem Balkan sei ein langfristiges. „Wir sind dazu bereit.“ Wenn der Konflikt dort nicht gelöst werde, werde früher oder später das restliche Europa davon eingeholt werden.

          Putin droht Rebellen mit Kampfeinsätzen

          Unterdessen hat der russische Präsident Wladimir Putin Kampfeinsätze der internationalen Gemeinschaft nicht ausgeschlossen, um die albanischen Rebellen in Mazedonien zu stoppen. „Nur entschiedene politische und notfalls militärische Schritte der internationalen Gemeinschaft können eine Ausweitung des Konflikts auf den ganzen Balkan verhindern“, schrieb er in einem Brief an den jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica. Der russische Außenminister Igor Iwanow, der sich derzeit in Belgrad aufhält, werde diese Botschaft an Kostunica übergeben, teilte Putins Pressedienst am Montag in Moskau mit. Der russische Präsident sagte auf einer Sitzung der Regierung, die Lage in Mazedonien sei „außer Kontrolle„ geraten.

          Weitere Themen

          Rufe nach Unterstützung Amerikas Video-Seite öffnen

          Proteste in Hongkong : Rufe nach Unterstützung Amerikas

          Demonstranten schwenkten amerikanische Flaggen, auf Transparenten war in Anspielung auf den Wahlkampf-Slogan des amerikanischen Präsidenten Donald Trump „Make Hongkong Great Again“ zu lesen.

          Topmeldungen

          Zwanghafte Verhaltensstörung: Betroffene leiden vor allem an mangelnder Impulskontrolle.

          Krankhaftes Sexualverhalten : Wenn die Lust zur Qual wird

          Sexbesessene sind ähnlich wie Drogen- und Spielsüchtige darauf aus, sich stets neue „Kicks“ zu verschaffen. Das haben Gießener Forscher herausgefunden. Vielen Patienten kann vor allem eine Verhaltenstherapie helfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.