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Maßnahmen gegen Dschihadisten : Alte Versäumnisse

Jetzt fährt der Rechtsstaat schweres Geschütz im Kampf gegen die Dschihad-Reisenden auf. Es scheint so, als sei es der Versuch, mit drastischen Mitteln alte Versäumnisse zu korrigieren.

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          Jetzt fährt der Rechtsstaat schweres Geschütz im Kampf gegen die Dschihad-Reisenden auf. Doch bei all den Kampfansagen dieser Tage klingen die Misstöne der vergangenen Monate nach. Klagen von befremdeten Terrorfahndern über Widerwillen bei Vorgesetzten und Staatsanwälten, aufwendige Verfahren mit ungewissem Ausgang anzustrengen. Berichte über Geheimniskrämerei und Eifersüchteleien. Wegsehen und Kleinreden bei Verantwortlichen in Politik und Verwaltungen, wenn es um dschihadistische Umtriebe in ihren Verantwortungsbereichen geht.

          „Wir hätten sie aufhalten können“, sagte im Frühjahr ein Ermittler über eine Gruppe von Jugendlichen, die auf den Schlachtfeldern in der Levante traurige Karrieren im „Islamischen Staat“ machten. Man hätte dafür keinen Sonderausweis gebraucht.

          Der Ermittler sprach von mangelndem Willen in der Leitungsebene. Jetzt scheint es so, als würden mit drastischen - und umstrittenen - Mitteln alte Versäumnisse korrigiert. Sie mögen helfen, den Strom der Syrien-Reisenden einzudämmen. Sie sind aber kein Wundermittel, um sie aufzuhalten.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

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