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Massaker an Zivilisten : Syrien hinderte UN an Evakuierung von Tremseh

  • -Aktualisiert am

Sie sollen klären, was sich dort am Donnerstag abspielte. Syrische Oppositionelle werfen regierungstreuen Truppen vor, ein Massaker an Zivilisten verübt zu haben. Bild: reuters

Die syrische Armee hat UN-Beobachter an der Evakuierung von Zivilisten aus dem umkämpften Tremseh gehindert. Das geht aus einem Bericht der UN-Beobachtermission hervor. Am Samstag haben UN-Beobachter den Ort des jüngsten Massakers besucht.

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          Die syrische Armee hat UN-Mitarbeiter daran gehindert, Zivilisten aus der umkämpften zentralsyrischen Gemeinde Tremseh zu evakuieren, während reguläre Truppen und irreguläre Schabiha-Milizen dort offenbar ein Massaker verübten. Mit Verweis auf laufende militärische Operationen hätten Kommandeure der Armee Präsident Baschar al Assads einer Patrouille der UN-Beobachtungsmission (Unsmis) am vergangenen Donnerstag mehrfach den Zugang zu der Gemeinde verwehrt, heißt es in einem so genannten Flash Report der Unsmis, der einen Tag nach dem Massaker in Tremseh erstellt wurde und der F.A.Z. vorliegt.

          Erst am Samstag haben UN-Beobachter den Ort des jüngsten Massakers besucht, teilte eine UN-Sprecherin mit.

          Dem Bericht zufolge hätten die UN-Beobachter allein bis zum frühen Donnerstagnachmittag mehre Anrufe von Bewohnern Tremsehs erhalten, die von fünfzig Toten und 150 Verwundeten in der Gemeinde berichteten. In der nahe Hama gelegenen Ortschaft sollen am Donnerstag nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 150 Menschen getötet worden sein – neben vielen Kämpfern der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) auch 100 Zivilisten, die die Menschenrechtsorganisation namentlich identifiziert haben will. Nach Bekanntwerden der Vorfälle forderte der Syrien-Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga, Kofi Annan, in einem Brief an die Mitglieder des Sicherheitsrats „Konsequenzen für die Nichteinhaltung“ von UN-Resolutionen.

          Der Einsatz der syrischen Armee in Tremseh sei Teil einer größeren – „in Brigade- und Bataillon-Stärke“ – durchgeführten Operation der syrischen Luftwaffe im Großraum Hama, die in den vergangenen Tage auch die Gemeinden Khan Sheikoun und Souran betroffen habe, heißt es in dem Unsmis-Bericht. Annan beschuldigte die syrische Regierung, in Tremseh Artillerie, Panzer und Hubschrauber eingesetzt und damit gegen UN-Resolutionen 2042 und 2043 sowie seinen Sechs-Punkte-Plan verstoßen haben.

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