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Segelschulschiff der Marine : Gorch Fock soll wieder ins Wasser

Das ist schon fünf Jahre her: Segelsetzen auf der Gorch Fock Bild: dpa

Nach F.A.Z.-Informationen soll das Segelschulschiff soweit instandgesetzt werden, dass es das Trockendock bis April verlassen kann. Dann wird entschieden, wie es weiter geht.

          Die „Gorch Fock“ wird vorerst weiter Instand gesetzt. Das Segelschulschiff der Marine soll in den nächsten Monaten soweit fertiggestellt werden, dass es zu Wasser gelassen werden kann. Das erfuhr die F.A.Z. aus dem Bundestag, wo ranghohe Vertreter des Verteidigungsministeriums am Morgen die Abgeordneten über den Stand der Dinge unterrichten.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Hierzu ist geplant, die Rumpfarbeiten zu vollenden und das rund 70 Meter lange Segelschulschiff so zu trimmen, dass es wieder schwimmt. Bis etwa April soll es das Trockendock in Bremerhaven verlassen. Bis dahin werden, so aktuelle Schätzungen, etwa 80 Millionen Euro verbaut worden sein. Ursprünglich geplant waren Instandsetzungskosten von 10 Millionen.

          Geschäftsführer abgelöst

          Nach dem Stand der Dinge soll dann anhand des erreichten Baufortschritts abermals geprüft werden, ob die Vollendung der Instandsetzung der „Gorch Fock“ mit der bereits früher genehmigten Obergrenze von 130 Millionen Euro möglich ist. Das Schiff wäre dann, so schätzt der CDU-Marine-Fachmann Ingo Gaedechens, zu 80 Prozent erneuert. Ansonsten droht dem sechzig Jahre alten Traditionsschiff der Marine weiter das Abwracken.

          Nach Auffassung einer großen Mehrheit der Abgeordneten im Verteidigungsausschuss sollte die Marine aber in jedem Fall in Zukunft wieder ein Segelschulschiff zur Ausbildung des Offiziersnachwuchses haben. Die Vorzüge einer solchen seemännischen Ausbildung sind fast unumstritten, und mit Ausnahme der Fraktion Die Linke sind alle davon überzeugt.

          Zu den Voraussetzungen eines Weiterbaus gehört auch ein seriöser Partner auf Seiten der Werft. Die bisherige Geschäftsleitung des Generalauftragnehmers Elsflether Werft war allerdings weitgehend diskreditiert durch ungeklärte Überweisungen in Höhe von insgesamt 800.000 Euro an einen Preisprüfer der Bundeswehr. Ob es sich dabei um Bestechung handelt, prüft die Staatsanwaltschaft.

          Das Schulschiff unter Segeln

          Wegen dieser oder anderer Unregelmäßigkeiten in einem Geflecht von Stiftung, Gesellschaften und Geldflüssen in und um die Werft ist unterdessen einer der beiden Geschäftsführer abgelöst worden. Die Geschäfte kontrollieren derzeit nach Auskunft aus Parlamentarierkreisen zwei Hamburger Anwalts- und Steuerkanzleien. Für das Verteidigungsministerium ist das vorteilhaft, weil das Verhältnis zu der bisherigen Geschäftsführung durch die Ereignisse als zerrüttet gilt.

          Im Bundestag berichteten die Staatssekretäre des Ministeriums Benedikt Zimmer und Gerd Hofe den Abgeordneten über den Stand der Dinge. Bereits am Dienstag hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit Abgeordneten der Koalition von Union und SPD über die „Gorch Fock“ gesprochen.

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