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Manöver mit der Bundeswehr : Die Nato testet ihre „Speerspitze“

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Zum ersten Mal testet die Nato ihre „Very High Readiness Joint Task Force“ (VJTF). Hier üben tschechische Soldaten. Bild: dpa

Im Manöver „Noble Jump“ hat die Nato die Alarmbereitschaft ihrer neuen schnellen Eingreiftruppe getestet. „Das Szenario bezieht sich auf die baltischen Länder“, heißt es. „Den Kontext können Sie sich selbst denken.“

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          Unter maßgeblicher Beteiligung der Bundeswehr hat die Nato ihre neue besonders schnelle Eingreiftruppe erprobt. Sie wird auch als „Speerspitze“ bezeichnet. An den Übungen namens „Noble Jump“ nahmen am Donnerstag in den Niederlanden und in der Tschechischen Republik insgesamt etwa 1500 Soldaten teil. Ziel des seit Dienstag laufenden Manövers ist es, die Alarmbereitschaft der Eingreiftruppe zu testen. Die „Speerspitze“, die 5000 Soldaten umfassen wird, soll innerhalb von zwei bis sieben Tagen in Krisengebiete – insbesondere in östliche Nato-Staaten – verlegt werden und potentielle Angreifer abschrecken. Ihr Kern soll den Landstreitkräften entstammen; hinzu können Luft-, Marine- sowie Spezialeinheiten kommen. Das größte Kontingent an der Übung „Noble Jump“, die am Freitag zuende geht, stellt Deutschland mit etwa 900 Soldaten.

          Hier verschwinden tschechische Soldaten auf dem Flughafen in Pardubice im Bauch einer Transportmaschine. Bilderstrecke
          Hier verschwinden tschechische Soldaten auf dem Flughafen in Pardubice im Bauch einer Transportmaschine. :

          „Das Szenario bezieht sich auf die baltischen Länder. Den Kontext können Sie sich selbst denken“, sagte der tschechische Generalmajor Jirí Baloun nach Medienberichten, ohne dabei ausdrücklich Russland zu erwähnen. Im niederländischen Eindhoven zog der militärische Chefplaner Mariusz Lewicki ebenfalls ein positives Zwischenfazit. Die ersten Soldaten seien schon weniger als acht Stunden nach der Auslösung des Testalarms für den Abmarsch bereit gewesen, sagte Lewicki.

          „Noble Jump“ ist eines von mindestens 200 in diesem Jahr vorgesehenen Nato-Manövern. Zu den größten zählt die im Herbst geplante Übung „Trident Juncture“, an der mindestens 25.000 Soldaten teilnehmen sollen, und die insbesondere in Italien, Spanien und Portugal stattfinden soll. Dabei soll die Nato Response Force (NRF) erprobt werden, deren Stärke nach einem Beschluss der Allianz im vergangenen Herbst vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts und verschärfter Spannungen mit Russland von 13.000 auf 30.000 Soldaten gewachsen ist.

          Der Aufbau der „Speerspitze“ war einer der Kernpunkte der Beschlüsse des Nato-Gipfels von Wales im vergangenen September. Im jährlichen Wechsel sollen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Polen die Führungsrolle übernehmen. Ebenfalls in Wales beschlossen wurde die Einrichtung von Nato-Stützpunkten in sechs östlichen Bündnisstaaten. Die nur mit einigen Dutzend Militärs und ohne Waffen versehenen kleinen Stützpunkte sollen mit Nato-Soldaten aus wechselnden Mitgliedstaaten besetzt werden. Die Allianz sieht sich damit im Einklang mit der eingegangenen Verpflichtung, weder umfangreiche Truppen noch militärisches Gerät dauerhaft im Gebiet des einstigen Warschauer Pakts zu stationieren.

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