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Mandat gegen Rebellen : Ein neuer Wind im wilden Osten Kongos

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Vergiftetes Klima

Seit Ende Mai aber ist das Klima zwischen den beiden Regierungen vollends vergiftet. Anlässlich des 50. Geburtstages der Afrikanischen Union (AU) hatte der tansanische Präsident Jakaya Kikwete seinen Amtskollegen in Kongo, Uganda und Ruanda nahegelegt, Verhandlungen mit allen Rebellengruppen aufzunehmen, um den Osten Kongos endlich zu befrieden. Aus ruandischer Sicht bedeutet dies, mit den „Forces Démocratiques de Libération du Rwanda“ (FDLR) zu reden, jener Nachfolgetruppe der ruandischen Völkermörder, die seit dem Genozid im Jahr 1994 in Ruanda Zuflucht in Kongo gesucht haben.

Die zahlreichen militärischen Interventionen der Ruander in Kongo dienten nach offizieller Lesart immer der Bekämpfung der FDLR. Doch hat es die als effizient geltende ruandische Armee in den zurückliegenden 19 Jahren trotzdem nie geschafft, die FDLR auszuschalten. Die kongolesische Regierung behauptet, die FDLR diene Kigali nur als Ausrede, um die Rohstoffe in Ostkongo zu plündern. Offenbar sieht man das in Daressalam genauso. Jedenfalls war Kagame so erbost über den Vorschlag des Tansaniers, dass er damit drohte, „bei der ersten Gelegenheit zurückzuschlagen“. Selbst das Wort „Krieg“ nahm er in den Mund, woraufhin Kikwete süffisant an das Schicksal des ugandischen Diktators Idi Amin erinnerte, der 1979 vor der anrückenden tansanischen Armee ins saudische Exil flüchtete.

Auslandseinsatz endet im Fiasko

Dass sich neben Tansania auch Südafrika mit knapp 1400 Soldaten an der Eingreiftruppe beteiligt, ist ebenfalls kein Zufall und umso überraschender, als sich die südafrikanische Regierung militärisch nicht gerne exponiert. Der letzte Auslandseinsatz der südafrikanischen Armee, der in der Zentralafrikanischen Republik vor sechs Monaten zum Schutz des dortigen Präsidenten François Bozizé, endete in einem Fiasko, als mehr als ein Dutzend südafrikanische Soldaten bei dem Sturm der Séléka-Rebellen auf die Hauptstadt Bangui ums Leben kamen. Doch die ehedem sehr guten Beziehungen zwischen Pretoria und Kigali sind seit Juni 2010 auf einem Tiefpunkt angelangt. Damals hatte ein Mordkommando versucht, den ehemaligen ruandischen Generalstabschef Faustin Kayumba Nyamwasa in Johannesburg zu erschießen. Nyamwasa hatte in Südafrika Asyl erhalten, nachdem er sich mit Kagame überworfen hatte und außer Landes flüchten musste. Die südafrikanische Polizei konnte Mitglieder des Kommandos festnehmen und musste feststellen, dass es sich um ruandische Geheimdienstagenten handelte.

Der Chef des südafrikanischen Geheimdienstes, Mo Shaik, war daraufhin nach Kigali gereist, um Kagame unmissverständlich klarzumachen, dass staatlich angeordnete Anschläge auf südafrikanischem Boden nicht geduldet würden. Vier Wochen später griffen ruandische Agenten das nächste Ziel in Südafrika an, was in Pretoria als bodenlose Frechheit interpretiert wurde. Zwar schreckte Präsident Zuma damals vor einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Ruanda zurück. Gleichwohl scheint er seither entschlossen, Kagame in die Schranken zu weisen. Den ruandischen Einfluss in Ostkongo entscheidend zu schwächen scheint dafür eine gute Gelegenheit zu bieten. Ein weiteres Ziel Südafrikas dürfte es sein, sich bei gleicher Gelegenheit das Wohlwollen der kongolesischen Regierung zu sichern und sich somit für lukrative Rohstoffabkommen zu positionieren.

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