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Fragen zum Klimawandel (2) : Malaria-Risiko auch in Deutschland?

  • Aktualisiert am

Ein Moskitonetz brauchen wir vorerst nicht Bild: picture-alliance/ dpa

Heiße Temperaturen bringen uns Tropenkrankheiten. So einfach ist die Gleichung zum Glück nicht. Das beweisen viele andere warme Länder. Denn allein die globale Erwärmung reicht nicht für einen Malaria-Ausbruch.

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          Mit den hohen Temperaturen kommen auch die Tropenkrankheiten: „Halt, so einfach ist das nicht.“ Barbara Ebert, die Sprecherin des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg, hält nicht viel von dieser Gleichung. Der Gegenbeweis sind für sie allein jene heißen Länder, in denen es keine Malaria und auch kein Denguefieber gibt.

          Dennoch sprechen nach Ansicht der Wissenschaftsreferentin eine Reihe von Argumenten dafür, daß die globale Erwärmung das Problem der Tropenkrankheiten weltweit verschärfen wird. Aber Malaria als eine Gefahr für die Gesundheit in Deutschland? Dafür reicht es nach den Worten von Frau Ebert nicht, daß die Temperaturen steigen. Es reicht ebenfalls nicht, daß die Anopheles-Stechmücke sich hierzulande ausbreitet. Gefährlich werde es erst, wenn es zudem eine große Zahl von Infizierten mit dem Malaria-Erreger im Blut gebe.

          Das Klima spielt nicht die größte Rolle

          Dies zu erkennen liegt wiederum an der Qualität des Gesundheitssystems. Etwas komplizierter sei es bei so schwer kontrollierbaren Krankheiten wie der Borreliose oder dem West-Nil-Fieber, das durch Zugvögel in den Süden Amerikas eingeschleppt wurde. Dieses könne sich durchaus auch in Deutschland etablieren, sagt Frau Ebert und verweist wieder auf ein funktionierendes Überwachungssystem. Ein solches muß man sich aber leisten können.

          Ihr Fazit: Sozioökonomische Faktoren spielen für die Verbreitung von Infektionskrankheiten eine größere Rolle als das Klima.

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