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Mahnmal-Plakat : Ermittlungen gegen Neonazi Roeder

  • Aktualisiert am

Eisenbahnschienen zum ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen den Rechtsextremisten Manfred Roeder ein Verfahren eingeleitet. Der Verdacht lautet auf Volksverhetzung.

          Die Berliner Justiz ermittelt gegen den einschlägig vorbestraften Rechtsextremisten Manfred Roeder wegen Volksverhetzung. Roeder hatte nach ZDF-Informationen mit mehreren Gesinnungsgenossen das umstrittene Plakat mit der Aufschrift „Den Holocaust hat es nie gegeben“ verspottet. Nach nochmaliger Prüfung der Medienberichte bestehe für die Staatsanwaltschaft ein Anfangsverdacht der Volksverhetzung. Daher sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Justizsprecher am Dienstag.

          Roeder habe den Slogan des Plakats mit der als Provokation gedachten „Auschwitz-Lüge“ so instrumentalisiert, dass er als Bestätigung der Holocaust-Leugner verstanden werden könne, hieß es weiter.

          Holocaust geleugnet

          Fotos, die dem ZDF-Magazin „Frontal 21“ vorliegen, zeigen Roeder und seine Begleiter, wie sie vor dem Plakat am Brandenburger Tor in Berlin Transparente entrollen und den Plakatspruch mit den Worten ergänzen „Wehrmachtsverbrechen Auch Nicht!“. Später habe Roeder vor Gesinnungsgenossen auf einem so genannten Heimatabend mit der Aktion geprahlt. Roeder war im Juli wegen Leugnung des Holocaust vom Landgericht Schwerin zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

          Plakat-Abbau nicht „ruckzuck“

          Mit dem Plakat wirbt der Förderkreis für das Holocaust-Mahnmal in Berlin um Spenden. In kleineren Buchstaben wird zum umstrittenen Satz hinzugefügt: “Es gibt immer noch viele, die das behaupten. In 20 Jahren könnten es noch mehr sein. Spenden Sie deshalb für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas“.

          Das umstrittene Poster des Fördervereins für den Mahnmalbau soll nach heftigen Protesten am Donnerstag abmontiert werden, kündigte die Vorsitzende des Fördervereins, Lea Rosh, am Dienstag an. Rosh verteidigte die Aktion weiterhin. „Es nutzt immer, wenn sich Leute mit dem Thema des Mordes an den Juden befassen“, sagte sie. Der Spendenaufruf ist nach ihren Angaben wahrgenommen worden: Jeden Tag gingen bis zu 10.000 Mark für das Mahnmal ein. Insgesamt waren 1.000 Plakate und 500.000 Postkarten mit dem umstrittenen Text gedruckt worden.

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