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Magnetschwebebahn : Münchner Stadtrat will keinen Transrapid

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Der Münchner Stadtrat hat überraschend den Bau der Transrapid-Strecke zwischen der Innenstadt und dem Flughafen bei Erding abgelehnt.

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          Im Konkurrenzkampf zwischen München und dem Ruhrgebiet um den Bau der Transrapid-Strecke ist womöglich eine Vorentscheidung gefallen. Der Rat der Stadt München verabschiedete am Mittwoch überraschend mit großer Mehrheit einen Antrag, wonach der Transrapid nicht in der bayerischen Landeshauptstadt gebaut werden soll.

          Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) begründete die Entscheidung damit, dass angesichts der geplanten Sparmaßnahmen des Bunds die Finanzierung auf wackeligen Füßen stehe. Bayerns Verkehrsminister Otto Wiesheu (CSU) kritisierte den Beschluss. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sprach von einer „landesinternen Auseinandersetzung".

          Ude kritisiert Machbarkeitsstudie

          Ude sagte in München, dass er nach der Androhung eines Blauen Briefs durch die EU-Kommission in Brüssel und den damit verbundenen Sparmaßnahmen nicht mehr mit einer Unterstützung durch die öffentliche Hand rechne. Außerdem kritisierte er die Machbarkeitsstudie zu der bayerischen Strecke, die von falschen Kostenschätzungen ausgegangen sei.

          Landes-Verkehrsminister Wiesheu reagierte nach Ministeriumsangaben mit „erstauntem Kopfschütteln“ auf die Abstimmung. Rot-Grün in München misstraue anscheinend den Zusagen der rot-grünen Bundesregierung, erklärte Wiesheu.

          Ein Sprecher von Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) sagte in Berlin, die Auseinandersetzung müsse zwischen der Landesregierung und der Stadt geführt werden. „Wir geben nur Zuschüsse zu einem Projekt. Niemand ist gezwungen, die Gelder abzunehmen.“

          Die bayerischen Grünen forderten die Staatsregierung unterdessen nach dem Beschluss auf, von dem Transrapid-Projekt Abstand zu nehmen. Vor dem Stadtrat hatten bereits die betroffenen umliegenden Landkreise ihre Ablehnung des Projekts signalisiert.

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