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Nach der Merkel-Ära : Macron wird Europas erste Geige spielen

Ende einer Ära: Der letzte deutsch-französische Ministerrat mit Merkel und Macron. Bild: AP

Der französische Präsident lobt die Zusammenarbeit mit der Kanzlerin über den grünen Klee. Sein Einfluss in Europa wird „nach Angela“ zunehmen.

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          Wenn der Abschied naht, schlägt die Stunde der großen Gefühle, und die Vergangenheit wird in Zartrosa gemalt. Präsident Macron hat aus Anlass des Deutsch-Französischen Ministerrats die Zusammenarbeit mit Bundeskanzlerin Merkel auf anrührende Weise gewürdigt. Dabei hätte er selbst manchen Grund gehabt, darüber zu klagen, dass er auf seine Ideen und Initiativen, selbst wenn diese nicht immer ausgegoren waren, aus Berlin oft keine seriöse Antwort erhielt.

          Allerdings ist die „historische Vereinbarung“ des schuldenfinanzierten EU-Aufbaufonds ein Paradigmenwechsel, zu dem sich Merkel unter dem Eindruck der schwersten Krise seit Jahrzehnten bereitgefunden hat.

          Wie geht es also weiter in der EU und im deutsch-französischen Verhältnis, wenn die „Ära Merkel“ Geschichte geworden sein wird? Für die europäische Politik und die Selbstbehauptung Europas auf der Weltbühne wird die enge deutsch-französische Zusammenarbeit unerlässlich bleiben. In der Substanz könnte die Politik mehr als bisher einen französischen Akzent haben. Wer Merkel nachfolgt, wird Zeit brauchen, um Einfluss und Statur zu gewinnen. Wird Macron im kommenden Jahr als Präsident wiedergewählt, wird er die erste Geige spielen; auf die Briten muss er sowieso keine Rücksicht mehr nehmen. Die Bundestagswahl im September markiert somit eine Zäsur, nicht nur für Deutschland, sondern auch für unsere Partner in Europa und sogar darüber hinaus.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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