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Vorwahlen in Amerika : Latinos für Clinton, Schwarze für Obama

  • -Aktualisiert am

McCain: Vom „Underdog” zum Spitzenreiter Bild: AFP

Alles offen bei den Demokraten: Die am schnellsten wachsende Minderheit ist klar auf der Seite von Hillary Clinton, aber Barack Obama begeistert die Jugend. Der Republikaner McCain dagegen verabschiedet sich für immer vom Underdog-Dasein.

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          Wenigstens in Manhattan konnte man am „Super Tuesday“ schon den Sieger bejubeln: Am Broadway fand die traditionelle Siegesparade der New York Giants statt, die sich am Sonntag mit einem Sieg über die favorisierten New England Patriots den „Superbowl“, die amerikanische Meisterschaft im „American Football“, gesichert hatten. Mehr als 50 Tonnen Konfetti regneten auf etwa eine Million Fans nieder.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Für Jubel dieses Ausmaßes war es bei den Versammlungen der Demokraten wie der Republikaner in der Nacht nach dem größten Vorwahltag in der amerikanischen Geschichte noch zu früh. Selbstredend hatte keiner der fünf maßgeblichen Kandidaten zum Auftakt der Vorwahlen in zwei Dutzend Bundesstaaten, bei denen jeweils etwa 40 Prozent der Delegiertenstimmen für die Nominierungsparteitage vergeben wurden, der Versuchung einer für ihn günstigen Anspielung auf den „Superbowl“ widerstehen können. Doch einen Sieger gibt es eben noch lange nicht - anders als etwa vor vier Jahren. Damals stand John Kerry nach dem „Super Tuesday“ (der freilich erst im März stattfand), als Herausforderer der Demokraten fest, während sich auf der anderen Seite Präsident George W. Bush ohnehin keiner Parteikonkurrenz stellen musste.

          Barack Obama hielt sich schadlos

          Bestimmt hat den „Super Tuesday“ die Zuspitzung des Duells zwischen Barack Obama und Hillary Clinton, dessen Ausgang nach den bisherigen Abstimmungen in knapp der Hälfte der 50 Bundesstaaten so offen ist wie an seinem ersten Tag. Die frühere First Lady gewann in insgesamt acht Bundesstaaten, nicht zuletzt in den bevölkerungsreichen Staaten Kalifornien, New York und New Jersey, in denen es um die meisten Delegierten ging. Außer in New York spielte Hillary Clinton einen Heimvorteil auch in Arkansas aus, wo ihr Mann Bill vor seinem Sprung ins Weiße Haus Gouverneur war.

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          Vorwahlen in Amerika : Latinos für Clinton, Schwarze für Obama

          Obama hielt sich mit dem Gewinn von 13 meist kleineren und bevölkerungsschwachen Staaten von der Ostküste über den Süden bis zum Mittleren Westen schadlos: Er siegte in Connecticut, Delaware, Alabama, Georgia, Kansas, Colorado, Minnesota, Missouri, Idaho, Utah, North Dakota, Alaska und in seinem Heimatstaat Illinois.

          Hillary Clintons Vorteil: Die Latinos

          Der Umstand, dass die Demokraten in allen Bundesstaaten die Delegierten für den Nominierungsparteitag nach der Verhältniswahl gemäß der Zahl der erhaltenen Wählerstimmen verteilen, spiegelte sich in dem Umstand wider, dass Frau Clinton laut Hochrechnungen vom Mittwochvormittag am „Super Tuesday“ 582 zusätzliche Delegierte gewann, während auf Obama 562 neue Stimmen für den Nominierungsparteitag entfielen. Der Abstand zwischen der Führenden und dem Verfolger vergrößerte sich kaum; wer beim Parteitag die zum Kandidatenkür erforderlichen 2025 Delegierten bekommt, ist nach wie vor offen.

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